1. Fastensonntag

Eröffnungsvers

Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören.
Ich bin bei ihm in der Not, befreie ihn und bringe ihn zu Ehren.
Ich sättige ihn mit langem leben und lasse ihn mein Heil schauen. (Ps 91,15-16)

Foto: (c) Andreas Morlok | www.pixelio.de
Foto: (c) Andreas Morlok | www.pixelio.de

Gott verschließt denen nicht sein Ohr, die ihn anrufen.

Manchmal hat man freilich den Eindruck: das Telefon schellt ganz schön lange, bevor Gott den Hörer abnimmt.

Oder es kommt einem so vor, als wäre die Anschluss Gottes dauernd besetzt.

Manche sagen sogar, sie hätte gehört: Kein Anschluss unter dieser Nummer.

Aber es heißt doch ganz deutlich: wenn er mich anruft, will ich ihn erhören!

Das ist mehr als nur hören! Erhöre – das bedeutet auf das Gehörte eingehen, antworten, weiterhelfen.

Wenn er mich anruft, will ich ihn erhören – das heißt aber nicht: ich wende mich an Gott; sage ihm, was ich will – quasi im Komandoton – und Gott gehorcht. Oder: ich gebe bei ihm eine Bestellung auf – und ich bekomme es ruckzuck geliefert, ohne Porto und mit Expresszustellung inklusive.

Gott hört und erhört. Er steht bei – in seiner Weise. So, dass es mir gut tut.

Dafür gilt es fühlsam zu werden. Und manchmal braucht es einen etwas längeren Atem dafür.

 

Nachbemerkung

In diesem Kirchenjahr orientiert sich das „Wort zum Sonntag“ an den jeweiligen Eröffnungsversen.

Diese Verse, die sich an biblischen Texten orientieren, sind in der Geschichte der Kirche immer wieder vertont worden. Im Choralamt greift der "Introitus", der Gesang zum Einzug, diesen Vers auf.