„Ja bitte?“
Manchmal rufe ich bei Personen an, um z.B einen Termin zu vereinbaren. Wenn der Hörer abgenommen wird, erwarte ich, dass mein Gegenüber sich mit Namen meldet. Manchmal meldet sich die Person nur mit „Ja bitte?“ Ich bin dann sehr verunsichert. „Bin ich bei der richtigen Person gelandet? Habe ich die falsche Nummer gewählt?“ Ich frage dann: „Entschuldigung, bin ich richtig bei“ und nenne den Namen.
Unser Name macht uns unverwechselbar. Wenn ich beim Arzt aufgerufen werde, weiß ich, dass ich an der Reihe bin. Briefe die an mich adressiert werden kommen nur bei mir an. Die erste Frage bei der Taufe lautet: „Welchen Namen haben Sie ihrem Kind gegeben?“ Es zeigt mir: Der Name ist wichtig und gehört zu mir dazu.
Im Evangelium (Johannes 20, 11-18). spielt auch der Name eine wichtige Rolle. Maria steht vor dem Grab und weint. Sie geht hinein. Sieht zwei Engel. Sonst nichts. Die Trauer ist groß, denn sie glaubt, dass der Leichnam Jesu gestohlen wurde. Dann tritt Jesus hinzu. Maria erkennt ihn nicht. Hält ihn für den Gärtner. Sie möchte, dass Jesus den Leichnam holt, denn sie glaubt, dass er ihn weggenommen hat. Dann passiert es: Jesus spricht sie mit ihrem Namen an und sie erkennt Jesus.
An dieser Szene zeigt sich sehr schön, wie wichtig der Name ist. Nicht nur bei bürokratischen Angelegenheiten. Maria erkennt Jesus daran, dass er sie mit ihrem Namen anspricht. Damit zeigt sich: Auch bei Gott spielt mein Name eine Rolle. Beim Propheten Jesaja steht: „Sieh her, ich habe deinen Namen in meine Hand geschrieben.“ Auch Gott ist mein Name wichtig. Ich bin nicht irgendeine Nummer. Sondern ganz individuell.
Bei uns in der Familie wird auch der Namenstag gefeiert. Wir treffen uns. Trinken gemeinsam Kaffee. Denken daran, dass wir auf einen Heiligen getauft wurden. Hierdurch entsteht Gemeinschaft. Vielleicht können auch Sie einmal herausfinden, wann ihr Namenstag ist und auf welchen Heiligen sie getauft wurden. Ich bin sicher: Da kommt so manch spannende Geschichte zum Vorschein.
Volker Mengeringhausen