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Rache. Ich glaube dieses Gefühl kennen die Meisten. Ich wurde ungerecht behandelt. Will mich rächen. Jemand hat mir Unrecht getan. Ich will mich rächen. Jemand erzählt die Unwahrheit über mich. Ich will mich rächen. Diese Liste könnte ich beliebig weiterführen.

Im Alten Testament lesen wir von der Eins-zu-eins-Abrechnung. „Auge um Auge“. Anders im Evangelium. Jesus fordert den kompletten Verzicht auf Rache. In meinem Alltag nicht immer ganz einfach. Gerade bei den genannten Ungerechtigkeiten nicht immer einfach. Ich versuche es immer wieder neu – aber gelingen tut es mir leider nicht immer.

Ich glaube mit der Botschaft möchte Jesus uns sagen: Wenn du ehrlich versuchst auf Rache zu verzichten, dann hast du verstanden was es heißt mir nachzufolgen. Auch wenn es mir nicht immer gelingt – Ich versuche es immer wieder neu. 

Volker Mengeringhausen

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Aufeinander hören!

Im Sonntagsevangelium (Mt 18,15-20) spielt das HÖREN eine zentrale Rolle. Nicht das Reden. Das Hören.

Was sagt mir der andere?
Welche Botschaft transportiert er?
Wie sagt er es?
Was meint er?

Habe ich ihn richtig verstanden?
Habe ich über das nachgedacht, was er gesagt hat?

Als König Salomo von Gott für sein Königtum etwas erbitten darf, bittet er um ein HÖRENDES HERZ (1 Kön 3). Mit dieser Bitte beeindruckt er Gott. Ein hörendes Herz!
Verstand genug, darüber nachzudenken, was er mit dem Herzen hört, bringt Salomo mit. So gehen Klugheit und Weisheit eine Allianz ein, von der alle profitieren.

Aufeinander hören!
Der erste Schritt. Dann darüber nachdenken. Und erst dann zu reden beginnen.

Vielleicht sähe unsere Welt anders aus, wenn wir diese Reihenfolge mehr beherzigen würden.

Stefan Keller

 

2020-08-23pixabay

 

 

Ein Haus muss auf festem Grund stehen. Sonst hält es nicht lange. Das Fundament wird gegossen. Gibt dem ganzen Haus halt.

 

Ähnliches sieht Jesus in Petrus. Er soll der Fels sein, auf den Jesus seine Kirche aufbaut. Dieser Grundstein ist aber nicht immer felsenfest. Er zweifelt als Jesus verhaftet wird. Leugnet ihn sogar. Dennoch macht Jesus ihn zum festen Grund für alles.

 

Für mich zeigt das Evangelium: Das zweifeln gehört zum Christsein dazu. Schließlich hat der Grundstein, auf dem alles steht, auch schon gezweifelt.

 

20200816

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Maria war eine tolle Frau. Sie hat einfach Ja gesagt. Sich auf Gott eingelassen. Für mich schon immer ein Vorbild im Glauben. Ohne ihr Ja zu Gott, wäre Jesus nicht geboren. Hätte sich seine frohmachende Botschaft nicht verbreitet.

Sicher nicht einfach für sie. Als junge Frau, nicht verheiratet, ein Kind bekommen. Für damalige Verhältnisse undenkbar. Aber Maria hat sich getraut und ja gesagt. Den Lohn für ihren Glauben, feiern wir in diesen Tagen: Ihre Aufnahme in den Himmel. Sie darf Gott schauen, wie er ist. Und: Sie ist mit den Menschen wieder zusammen, die ihr auf Erden wichtig waren. Mit denen sie gelebt hat.

Wenn ich an Maria denke wünsche ich mir ein bisschen mehr wie sie zu sein und einfach in Gott zu vertrauen – an ihr sehe ich: Es lohnt sich.

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Der Schatz im Acker.

Ein Mann mit einem Metalldetektor geht los und zieht auf der Ackerfläche seine Bahnen. Manchmal hält er an, bückt sich, gräbt etwas aus und steckt es in einen Behälter. Meist ist es alter Metallschrott.

Der Schatz im Acker.

Eine Firma hat davon gehört, sie rückt gleich mit großem Gerät an; Bagger, Lastwagen. Viel Erde wird umgeschichtet, durchgesiebt. Auf jede Tonne Erde ein paar Gramm Gold.

Der Schatz im Acker.

Da freut sich der Grundbesitzer: unter seinem Ackerboden gibt es Kies. Und damit kann er richtig Kies machen. Die kleinen glatten Steine sind ein gefragter Baustoff.

Der Schatz im Acker.

Wer kommt heute darauf, dass der Schatz im Acker für Jesus der Vergleichspunkt ist, mit dem er das Himmelreich vergleicht? Alles verkaufen, um den Schatz im Acker zu erwerben. – Alles tun, alles einsetzen, um am Reich Gottes mitzubauen, um ins Himmelreich zu gelangen, um sich als Jünger Jesu zu erweisen?

Mein Eindruck: Schatzjäger sind selten geworden.

Stefan Keller

Das Wort zum Sonntag zum Nachhören finden Sie >>hier

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„Sollen wir das Unkraut aus dem Weizenfeld herausreißen?“, fragen die Mitarbeiter ihren Chef. Der sagt – zur Verwunderung seiner Mitarbeiter: „Nein, lasst es bis zur Ernte stehen, sonst reißt ihr mit dem Unkraut auch den Weizen aus!“

So endet heute (die Kurzfassung) des Sonntagsevangeliums.

Das Schlechte darf und soll neben dem Guten bis zur Zeit der Ernte Bestand haben.

Das ist schwer auszuhalten. Gerade dann, wenn man an menschliche Belange denkt. Das Schlechte darf bleiben wie das Gute – bis zur Ernte.

Als der Heilige Augustinus im 5. Jahrhundert dieses Evangelium gelesen hat, ist ihm dazu aufgegangen: Jesus hat diesen Rat gegeben, weil er darum weiß, dass sich Schlechtes in Gutes wandeln kann. Ein böser Mensch tut Böses. Aber er kann sich ändern, er kann zum Guten werden.

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„Weil ich es kann!“

So redet ein Mächtiger, der macht, was er will. Wer nach der Motivation fragt, nach einer tieferen Begründung und dann zu hören bekommt: „weil ich es kann“, der weiß Bescheid.

Hier redet ein Machtmensch, ein Potentat. Einer, der sich nicht um andere kümmert, wenn er etwas will.

Wenn er denn Gutes will – und es tut, „weil er es kann“. Das mag vielleicht noch angehen.

Aber wenn er Unheil im Sinn hat und entsprechend handelt, „weil er es kann“ – dann sollst Du mal sehen. Dann ziehst Du dich lieber warm an. Dann rechne mit dem Schlimmsten.

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Gott ist auf der Seite des Menschen.

Gott ist auf der Seite des Lebens.

Immer wieder finden sich dafür in der Bibel Zeugnisse.

Jesaja heilt durch Gottes Kraft den totkranken König (vgl. Jes 38) und Jesus macht deutlich, dass der Mensch wichtiger ist, als die buchstabengetreue Erfüllung eines Gesetzes (vgl. Mt 12).

Viele solcher Beispiele gibt es in der Bibel.

Und warum ist es nicht immer so? Warum wird nicht jeder Totkranke geheilt? Warum finden in einem anderen Fall die Gesetze Anwendung, obwohl sie um des Menschen willen besser nicht angewendet worden wären?

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Sommerzeit ist auch Urlaubszeit.


In den nächsten Wochen sind die beiden Autoren des "Tagesimpuls" in Urlaub. Deshalb wird aus dem "Tagesformat" ein "Wochenformat" - aus dem "Tagesimpuls" wird ein "Wort zum Sonntag"
.

Der letzte Tagesimpuls erscheint am 18. Juli. Am 19. Juli wird dann das Wort zum Sonntag veröffentlicht.

Vorherige Tagesimpulse / Worte zum Sonntag finden Sie >>hier

 

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Ich denke gerade an einen Taucher, der unter Wasser arbeiten muss. Damit er nicht immer wieder an die Oberfläche kommen muss, um seine Sauerstoffflaschen zu tauschen, ist er über einen langen Luftschlauch mit dem Schiff verbunden, auf dem ein Generator steht, der die Atemluft zum Taucher bringt. Der Taucher macht sein Ding, ohne sich Gedanken machen zu müssen, wann er seine Arbeit unterbrechen muss. Auftauchen kann er, wenn die Arbeit getan ist.

Problematisch wird es, wenn er über sein Tun vergisst, dass er seine Luft über diesen Schlauch bekommt, wenn er meint, er sei unter Wasser völlig autonom. Er könne völlig „losgelöst“ schalten und walten. Er könne sogar diesen lästigen Schlauch kappen, der ihm immer wieder im Weg ist. Dann geht ihm tatsächlich die Luft aus.

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Er konnte selbst reden, wie ein Prophet – Prof. Erich Zenger in Münster. Und als er über den Prophet Jesaja sprach, da machte er die Feststellung des Jesaja so eindrücklich, dass es nachher mucksmäuschen still im Vorlesungssaal war: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht!“ (Jes 7,9)

„Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht!“

Das ist weniger Drohung als Lebenserfahrung in Gottes Volk. Alle rennen an gegen Israel – keiner kann es überwinden, wenn das Volk Gottes am Glauben festhält.

Und immer wieder rennen sie an.

„Bewahre die Ruhe, fürchte dich nicht!“ (Jes 7,4)

Jeder spürt, wie herausfordernd diese Sätze sind.

FotoFoto: Kath. Kirche Ibbenbüren: Kath. Kirche Ibbenbüren
Foto: Kath. Kirche Ibbenbüren

Über dem Eingang des Kindergartens, in den ich gegangen bin, standen die Worte in Stein gemeißelt: „Kinderdienst - Gottesdienst“.

Der Prophet Jesaja hätte daran seine Freude gehabt (Jes 1,10-17). Er macht seinen Mitmenschen nämlich unmissverständlich klar, was Gott von ihrer Weise Gottesdienst zu feiern hält – gar nichts. Weil er keine Resonanz in der Mitmenschlichkeit findet. Die Unterdrückten werden weiter unterdrückt; die Witwen und Waisen bleiben mittellos. Das Gute, das getan werden könnte, wird nicht getan.

Wo es im Alltag keinen Widerhall dessen gibt, was ich im Gottesdienst gefeiert habe, da ist der Gottesdienst wier ein „dröhnendes Erz und wie eine lärmende Schelle.“ (vgl. 1 Kor 13)

Gottesliebe und Nächstenliebe darf man nicht trennen. Beide nähmen dabei Schaden.

Stefan Keller

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„Muss ich denn alles drei Mal sagen?“

Wer kennt diesen Satz nicht? Als Kind zig Mal gehört. Als Elternteil mindestens zig Mal ausgesprochen.

Kinder hören einfach nicht. Oder besser: sie befolgen nicht das, was ihnen Eltern auftragen. Also bekommen sie auch noch die rhetorische Frage zu hören: muss ich denn alles drei Mal sagen.

Im Psalm 32 steht die Aufforderung, die ähnlich klingt: werdet nicht wie Ross und Maultier, die ohne Verstand sind, mit Zaum und Zügel muss man ihr Ungestüm bändigen, sonst bleiben sie nicht in deiner Nähe. (Vers 9)

Foto: PIxabay.com
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Was habe ich davon? Diese Frage stelle ich mir oft. Bevor ich zum Beispiel einen Vertrag abschließe. Ich prüfe genau, was für mich dabei rumspringt. Heute zeigt Petrus im Evangelium (Matthäus 19, 27-29), dass es ihm auch schon so erging. Beruhigt mich ein bisschen. Er fragt Jesus, was er davon hat, wenn sie ihm nachfolgen. Seine Antwort: Das ewige Leben. Vielleicht nicht ganz das, was sich Petrus erhofft hat.

Ich glaube, auch heute hier auf der Erde kann ich schon Leben gewinnen. Wieviel einfacher wäre es, mich mit dem zu begnügen was ich habe? Einfach mal zufrieden und glücklich sein? Ich vermute es würde vieles einfacher machen. Und so würde auch heute schon auf der Erde, ein Stück ewiges Leben herrschen. Eine tolle Vorstellung.

Volker Mengeringhausen

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Sendungsverfolgungsnummer. Wenn ich ein Paket bestelle, bekomme ich diese Nummer. Ich kann im Internet schauen, wo sich mein Paket befindet. Meist kommt mein Paket auch an dem Tag, an dem es angekündigt ist. Ich weiß, dass ich zuhause sein muss, oder jemand anderes nimmt das Paket an. Zum Beispiel der Nachbar. Ich kann also die Sendung genau verfolgen und habe eine Sicherheit, wann sie mich erreicht.

Eine Sicherheit bei ihrer Sendung haben die Jünger nicht (Matthäus 10, 16-23). Sie können nur darauf vertrauen, dass alles gut wird. Jesus warnt sie aber auch: Es kann gefährlich werden für sie. Sie machen sich trotzdem auf den Weg. Vertrauen darauf, dass Gott an ihrer Seite ist und sie begleitet. Und heute zeigt sich: Die Jünger haben ihr Paket des Glaubens erfolgreich ausgeliefert – denn es gibt uns Christen immer noch.

Volker Mengeringhausen

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Einfach mal alles auf sich zukommen lassen. Abwarten, was passiert. Nicht wirklich meine Schokoladenseite. Aber manchmal hilft es nichts. Ich kann die Dinge nur auf mich zukommen lassen. Was mir dabei meistens hilft: Das Beten. Einfach in Gott vertrauen, dass die Dinge gerichtet werden – und zwar zum Guten hin für alle Beteiligten. Auf sich zukommen lassen, war wahrscheinlich auch die Einstellung der Jünger aus dem heutigen Evangelium (Matthäus 10,7-15). Sie sollten sich auf den Weg machen. Ohne besondere Vorbereitungen zu treffen. Wohin sie gehen? Das wird ihnen der Geist Gottes eingeben. Was sie dort erleben? Wissen sie nicht. Auch die Jünger vertrauen einfach in Gott und machen sich auf den Weg. Ich glaube: Ich kann noch viel von Ihnen lernen.

Volker Mengeringhausen

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Unterwegs im Auftrag des Herrn. Diesen Aufkleber hatte ein Vikar aus meiner Heimatgemeinde auf seinem Kofferraum. Klare Aussage: Er ist im Auftrag Gottes unterwegs. Den Auftrag, im Namen Gottes unterwegs zu sein, erhalten die Jünger im heutigen Evangelium (Matthäus 10, 1-7). Sie sollen Jesu Botschaft weitertragen und sich um die Menschen kümmern. Für die Jünger in der damaligen Zeit wohl einfach. Heute merke ich, dass es für mich manchmal schon schwer zu erkennen ist, welchen Auftrag ich im Namen des Herrn erledigen soll. Hier wünsche ich mir manchmal mehr Deutlichkeit – es würde einiges leichter machen.

Volker Mengeringhausen

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Als ich noch im Wald tätig war, war die Holzernte die stressigste Zeit. Ganz viele Bäume musste in kürzester Zeit gefällt werden. Alles aufarbeiten, damit die Fristen eingehalten werden. Manchmal haben wir uns mit zwei Arbeitsgruppen zusammengetan. Dann ging es schneller und wir waren sehr effektiv. „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden“ (Matthäus 9, 37+38), heißt es im heutigen Evangelium. Gerade in der jetzigen Zeit hilft das Zusammentun. Der Austausch mit den Kollegen. Egal ob per Telefon oder Videochat. Denn: Wir stehen alle vor dem gleichen Coronaproblem. Ich habe aber auch gemerkt: Wenn ich mich an den Herrn gewandt habe, hat er mir Hilfe gesendet. Ich versuche, weiter auf Gott zu vertrauen und ihn um Hilfe zu bitten. Meistens klappt es.

Volker Mengeringhausen

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Bevor ein Fußballspieler wechselt, wird er von einem Verein umworben. Wenn das Angebot passt, wechselt er. Vom umwerben spricht auch die heutige Lesung (Hosea 2, 16.17b-18.21-22). Hier umwirbt Gott sein Volk Israel. Er will gut für sein Volk sorgen. Es muss sich keine Sorgen machen. Es hat geklappt. Gott ist auch heute noch an unserer Seite. Begleitet uns auf den verschiedensten Wegen, die wir gehen. Es gibt aber auch einen Unterschied: Ein Spielervertrag endet irgendwann. Anders ist es bei meinem Gott: Den Vertrag, den er mit mir geschlossen hat, gilt nicht nur mein Leben lang – sondern auch darüber hinaus.

Volker Mengeringhausen

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Einfach mal loslassen. Manchmal wünschte ich mir, es wäre so einfach. Ich bin ein Mensch, der Sicherheit braucht. In der Luft hängen ist nicht meine Art. Das kann ich nur schwer aushalten. Auf der anderen Seite ist da die Zusage Jesu: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele“ (Matthäus 11, 28+29).“ Hört sich einfach an. Zu Jesus kommen. Ist aber gar nicht so leicht. Ich bin eben nicht der Mensch, der alles beruhigt auf sich zu kommen lässt. Ich merke schnell: Manchmal muss ich Situationen aushalten, die nicht direkt geklärt werden können. Für mich jedes Mal neu eine Herausforderung. Vielleicht kann es mir gelingen, mit den Worten Jesu etwas besser solche Situationen durchzuhalten und damit umzugehen. Denn ich darf gewiss sein: Gott ist bei mir und steht mir an der Seite – gerade dann, wenn ich mühselig und beladen unterwegs bin.

Volker Mengeringhausen

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„Das war schon immer so!“

„Alles muss bleiben, wie es ist!“

„Wo kämen wir denn da hin?“

„Ich will so bleiben wie ich bin!“

Supertanker haben lange Bremswege.

Die katholische Kirche ist eine große Institution, ein erratischer Block, da bewegt sich nichts.

Dabei hat Jesus gesagt: Neuer Wein gehört in neue Schläuche! (vgl. Mt 9,14-17)

Was braucht es für eine Veränderung, eine Erneuerung?

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Zur richtigen Zeit die richtige Frage gestellt. Und dann geht es in der Runde richtig gut weiter. Weil sich alle auf die Suche nach einer Antwort machen.

Die Frage weist die Richtung. Und am Ende sind alle am Ziel, weil sie ein gemeinsames Ergebnis gefunden haben.

Heute wird in der katholischen Kirche der Apostel Thomas gefeiert. Den kennen, den nennen viele „den Zweifler“, weil er nach Ostern nicht sofort mit den anderen „Halleluja“ gesungen hat, sondern sich selbst ein Bild vom Auferstandenen machen wollte. Er war nämlich nicht dabei, als die anderen Apostel den Auferstandenen gesehen hatten. ‚Wenn ich ihn nicht sehen, wenn ich ihn nicht berühren kann, glaube ich nicht.‘ Thomas, der Zweifler.

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Kinder bewegen.

Auch Erwachsene.

Eine Schwangere macht sich auf den weiten Weg zu einer anderen Schwangeren. Maria geht zwei Tage lang, bis sie bei ihrer Verwandten Elisabeth ist.

Vielleicht hat Maria gedacht: ‚Elisabeth ist schwanger! Da muss ich hin. Sie ist schon so alt, dass sie eigentlich nicht mehr Mutter werden kann. Ein kleines Wunder, das lohnt den Weg.‘

Dort angekommen wundert sich Elisabeth noch viel mehr, dass Maria kommt. Bei der Begrüßung durch Maria regt sich in Elisabeths Leib das Kind. Sie denkt sich: ‚Hier geschieht gerade etwas Großartiges‘. Und sie hebt es ins Wort: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ (Lk 1,43).

Elisabeth wird Mutter jenseits des Alters, in denen Frauen Mutter werden. Ein kleines Wunder.

Maria ist Mutter durch das Wirken Gottes. Ein großes Wunder.

Eine wunderbare Begegnung. Und die beiden schwangeren Frauen kosten sie weidlich aus. Drei Monate lang.

Stefan Keller

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Für mich ist das eine der surrealsten Szenen des Neuen Testamentes (Mt 8,28-34): eine ganze Schweineherde rennt wie besessen einen Hang hinunter und stürzt sich in einen See und ertrinkt. Ich muss jedes Mal schmunzeln, wenn dieses Evangelium verkündet wird.

Die Szene gehört in eine Heilungserzählung. Menschen, von Dämonen besetzt, werden von den bösen Geistern befreit; damit sie nicht neue menschliche Opfer finden, fahren sie in die nächsten Lebewesen, die grade zur Verfügung stehen, eben die Schweine.

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„Als das Unglück passiert ist, da hat Gott wohl geschlafen.“

Ich erinnere mich noch an diese Aussage eines Angehörigen vor Jahren im Fernsehen. Warum hat Gott es nicht verhindert? Warum hat er nicht eingegriffen? Leid abgewandt. Das Leben geschützt?

Im Evangelium heute (Mt 8,23-27) finden sich die Jünger Jesu in einer bedrohlichen Situation wieder: ein offenes Boot auf einem stürmischen Gewässer, hohe Wellen, starker Wind, Wasser, das ins Boot schlägt. Und Jesus schläft. Seelenruhig, tief und fest.