Da eckt ein evangelischer Theologe und Schriftsteller immer wieder bei den politisch Verantwortlichen an. Weil er mit einer jüdischen Frau verheiratet ist, weil der ehemaliges SPD Mitglied ist, kann er seinen Beruf nicht weiter ausüben. Er ergreift den nächsten und muss wieder erfahren: auch hier habe ich keine berufliche Zukunft. Eine Stieftochter kann Ende der 30ger Jahre das nationalsozialistische Deutschland verlassen.

Jochen Klepper – Autor auch vieler geistlicher Lieder in den Gesangbüchern der katholischen und evangelischen Gemeinden.

„Die Nacht ist vorgedrungen!“ – Das ist sein nahezu tägliches Erleben in den 1930ger Jahren. Es scheint immer dunkler zu werden.

Klepper dagegen fährt fort: „Der Tag ist nicht mehr fern!“ Da ist die Perspektive; mit der Mitte der Nacht beginnt ein neuer Tag.

„So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern!“

Jochen Klepper nimmt Jesus in den Blick, von dem es im Osterlob (Exsultet) heißt, dass er der „wahre Morgenstern ist, der in Ewigkeit nicht untergeht“.

Auch wenn um mich herum das Dunkel zunimmt – ich vertraue mich Christus an. Er ist der Morgenstern, er ist das Licht in der Nacht, das die Dunkelheit vertreibt.

Wer sich zu Christus bekennt, nimmt sein Licht an und wird selbst zur Lichtgestalt in der dunklen Nacht.

 

 

Kündet allen in der Not: allen Menschen wird zuteil Gottes Heil!

Kündet allen in der Not:

- den Armen
- den Kranken
- den Hungrigen
- den Flüchtlingen
- den Depressiven
- den Arbeitslosen
- den …


Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil!

Und wie wirkt Gott?
Auf vielerlei Weise. Gerne auch durch Menschen, die

- sich für Benachteiligte engagieren
- im Krankenhaus einen Besuch machen
- jemandem zum Essen einladen
- in der Flüchtlingshilfe mitarbeiten
- einen Trauernden trösten
- ihren Betrieb so lange irgendmöglich am Laufen halten
- …

 

 

„Komm, Du Heiland aller Welt!“

Seit einigen Jahren ist es mein Adventslied. Ich mag die Melodie. Sie umschmeichelt mich. Birgt mich in ihren Tönen.

Dazu dieser Text in seiner eigenen Art. Die altertümliche Sprache. Vierzeiler, die das Lied bilden.

Kurz und knapp. Ohne viele Schnörkel. Grade heraus: Gott wird Mensch. Geboren aus einer Frau.

So knapp kann das auch Paulus im Galaterbrief sagen (4,4).

Da kannst Du nur staunen! Gott wird Mensch. Geboren aus einem Menschen. Geboren aus einer Frau.

Was müssen wir Menschen Gott wichtig sein, dass er einer von uns werden will. Dass er einer von uns wird!

Danke!

St. Keller

 

 

Die Türschelle geht. Wer steht wohl vor der Tür?

Der freundliche Nachbar von nebenan?

Der Paketbote mit der nächsten Lieferung von Amazon?

Der Postbote mit einer neuen Rechnung?

Das Enkelkind, das schon lange nicht mehr da war?

Ein Mensch, den ich gar nicht kenne?

Der wiedergekommene Jesus von Nazareth?

„Ich stehe vor der Tür und klopfe an“, heißt es im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes (3,20).

In der Messfeier wird von allen Teilnehmenden immer wieder darum gebetet, dass Jesus wiederkommt in Herrlichkeit. Solange verkünden wir seinen Tod, solange preisen wir seine Auferstehung – „bis du kommst in Herrlichkeit“!

Und dann steht er da, vor meiner Tür.

Und wenn ich durch die Kamera schaue oder den Türspion oder das Fenster neben der Tür – ob ich ihn erkenne? Und ob ich ihm die Tür öffnen würde?

Darauf kommt es an!

Deshalb: Macht hoch die Tür!

 

 

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt; erst eins …“

Ein Spruch, den jeder kennt. Vier Kerzen, vier Sonntage, dann ist Weihnachten. Und wer eine fünfte Kerze anzündet, der hat etwas Wichtiges nicht mitbekommen.

Der hat verpennt, dass mit Jesus Christus Gottes Sohn Mensch geworden ist. Gott tritt aus sich heraus. ER, der die Liebe ist, nimmt Menschengestalt an. ER setzt einen neuen Anfang. In IHM verdichtet sich die Zeit.

Wo unter Menschen Liebe lebendig wird, wird etwas von Weihnachten neu Wirklichkeit.

Wo unter Menschen Licht zu leuchten beginnt, wird Jesus präsent, der das Licht der Welt ist.

Wo Menschen einander beistehen, einander tragen und ertragen, wird etwas von der zuvorkommenden Liebe Gottes erfahrbar.

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt; erst eins …“

Damit fängt es an.

 

 

 

Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien.  Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr.  Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.

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An den 24 Tagen bis zum Heiligen Abend erscheint an dieser Stelle ein Adventskalender.

Die vier Adventswochen stehen unter einem Leidmotiv.
In der ersten Woche gibt es einen Impuls zu einem Adventslied.
In der zweiten Woche folgt eine Bildbetrachtung.
In der dritten Woche orientiert sich der Impuls am Tagesevangelium.
In der vierten Woche erzählt eine Krippenfigur vom herannahenden Weihnachtsfest.

Die Tagesimpulse sollen auch auf Facebook und Instagram veröffentlicht werden.

Die Impulse starten am 30. November 2020.

Foto: Pixabay.com
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Woran hängt mein Leben? Woran mache ich mich fest? Was ist der Grund, auf dem ich stehe?

„Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und gebt Gott, was Gottes ist!“, sagt Jesus im Evangelium, das am Sonntag verkündet wird. (Mt 22,15-21)

Jesus wird gefragt, ob ein Jude den Römern Steuern zahlen darf. Eine Fangfrage. Natürlich nicht. Erstens sind die Römer Heiden und zweitens Besatzer. Also geht das nicht.

Jesus lässt sich aber von den Fragenden die Geldstücke zeigen, die sie als Zahlungsmittel nutzen. Darauf ein Bild des Kaisers.

Die Fragenden fallen selbst in das Loch, das sie für Jesus graben wollen. Sie nutzen die Währung der Heiden, der Besatzer.

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Da sitzt ein Mann mitten in einer Hochzeitsgesellschaft und er fällt auf. Er trägt nämlich Kleidung, die ihn von den anderen Hochzeitsgästen unterscheidet; er ist alles andere als festlich gekleidet. (vgl. Mt 22,1-14)

Kann er nicht tragen was er will?
Wir leben doch in einer freiheitlichen Gesellschaft!

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Rache. Ich glaube dieses Gefühl kennen die Meisten. Ich wurde ungerecht behandelt. Will mich rächen. Jemand hat mir Unrecht getan. Ich will mich rächen. Jemand erzählt die Unwahrheit über mich. Ich will mich rächen. Diese Liste könnte ich beliebig weiterführen.

Im Alten Testament lesen wir von der Eins-zu-eins-Abrechnung. „Auge um Auge“. Anders im Evangelium. Jesus fordert den kompletten Verzicht auf Rache. In meinem Alltag nicht immer ganz einfach. Gerade bei den genannten Ungerechtigkeiten nicht immer einfach. Ich versuche es immer wieder neu – aber gelingen tut es mir leider nicht immer.

Ich glaube mit der Botschaft möchte Jesus uns sagen: Wenn du ehrlich versuchst auf Rache zu verzichten, dann hast du verstanden was es heißt mir nachzufolgen. Auch wenn es mir nicht immer gelingt – Ich versuche es immer wieder neu. 

Volker Mengeringhausen

Foto: Pixabay.com
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Aufeinander hören!

Im Sonntagsevangelium (Mt 18,15-20) spielt das HÖREN eine zentrale Rolle. Nicht das Reden. Das Hören.

Was sagt mir der andere?
Welche Botschaft transportiert er?
Wie sagt er es?
Was meint er?

Habe ich ihn richtig verstanden?
Habe ich über das nachgedacht, was er gesagt hat?

Als König Salomo von Gott für sein Königtum etwas erbitten darf, bittet er um ein HÖRENDES HERZ (1 Kön 3). Mit dieser Bitte beeindruckt er Gott. Ein hörendes Herz!
Verstand genug, darüber nachzudenken, was er mit dem Herzen hört, bringt Salomo mit. So gehen Klugheit und Weisheit eine Allianz ein, von der alle profitieren.

Aufeinander hören!
Der erste Schritt. Dann darüber nachdenken. Und erst dann zu reden beginnen.

Vielleicht sähe unsere Welt anders aus, wenn wir diese Reihenfolge mehr beherzigen würden.

Stefan Keller

 

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Ein Haus muss auf festem Grund stehen. Sonst hält es nicht lange. Das Fundament wird gegossen. Gibt dem ganzen Haus halt.

 

Ähnliches sieht Jesus in Petrus. Er soll der Fels sein, auf den Jesus seine Kirche aufbaut. Dieser Grundstein ist aber nicht immer felsenfest. Er zweifelt als Jesus verhaftet wird. Leugnet ihn sogar. Dennoch macht Jesus ihn zum festen Grund für alles.

 

Für mich zeigt das Evangelium: Das zweifeln gehört zum Christsein dazu. Schließlich hat der Grundstein, auf dem alles steht, auch schon gezweifelt.

 

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Maria war eine tolle Frau. Sie hat einfach Ja gesagt. Sich auf Gott eingelassen. Für mich schon immer ein Vorbild im Glauben. Ohne ihr Ja zu Gott, wäre Jesus nicht geboren. Hätte sich seine frohmachende Botschaft nicht verbreitet.

Sicher nicht einfach für sie. Als junge Frau, nicht verheiratet, ein Kind bekommen. Für damalige Verhältnisse undenkbar. Aber Maria hat sich getraut und ja gesagt. Den Lohn für ihren Glauben, feiern wir in diesen Tagen: Ihre Aufnahme in den Himmel. Sie darf Gott schauen, wie er ist. Und: Sie ist mit den Menschen wieder zusammen, die ihr auf Erden wichtig waren. Mit denen sie gelebt hat.

Wenn ich an Maria denke wünsche ich mir ein bisschen mehr wie sie zu sein und einfach in Gott zu vertrauen – an ihr sehe ich: Es lohnt sich.

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Der Schatz im Acker.

Ein Mann mit einem Metalldetektor geht los und zieht auf der Ackerfläche seine Bahnen. Manchmal hält er an, bückt sich, gräbt etwas aus und steckt es in einen Behälter. Meist ist es alter Metallschrott.

Der Schatz im Acker.

Eine Firma hat davon gehört, sie rückt gleich mit großem Gerät an; Bagger, Lastwagen. Viel Erde wird umgeschichtet, durchgesiebt. Auf jede Tonne Erde ein paar Gramm Gold.

Der Schatz im Acker.

Da freut sich der Grundbesitzer: unter seinem Ackerboden gibt es Kies. Und damit kann er richtig Kies machen. Die kleinen glatten Steine sind ein gefragter Baustoff.

Der Schatz im Acker.

Wer kommt heute darauf, dass der Schatz im Acker für Jesus der Vergleichspunkt ist, mit dem er das Himmelreich vergleicht? Alles verkaufen, um den Schatz im Acker zu erwerben. – Alles tun, alles einsetzen, um am Reich Gottes mitzubauen, um ins Himmelreich zu gelangen, um sich als Jünger Jesu zu erweisen?

Mein Eindruck: Schatzjäger sind selten geworden.

Stefan Keller

Das Wort zum Sonntag zum Nachhören finden Sie >>hier

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„Sollen wir das Unkraut aus dem Weizenfeld herausreißen?“, fragen die Mitarbeiter ihren Chef. Der sagt – zur Verwunderung seiner Mitarbeiter: „Nein, lasst es bis zur Ernte stehen, sonst reißt ihr mit dem Unkraut auch den Weizen aus!“

So endet heute (die Kurzfassung) des Sonntagsevangeliums.

Das Schlechte darf und soll neben dem Guten bis zur Zeit der Ernte Bestand haben.

Das ist schwer auszuhalten. Gerade dann, wenn man an menschliche Belange denkt. Das Schlechte darf bleiben wie das Gute – bis zur Ernte.

Als der Heilige Augustinus im 5. Jahrhundert dieses Evangelium gelesen hat, ist ihm dazu aufgegangen: Jesus hat diesen Rat gegeben, weil er darum weiß, dass sich Schlechtes in Gutes wandeln kann. Ein böser Mensch tut Böses. Aber er kann sich ändern, er kann zum Guten werden.

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„Weil ich es kann!“

So redet ein Mächtiger, der macht, was er will. Wer nach der Motivation fragt, nach einer tieferen Begründung und dann zu hören bekommt: „weil ich es kann“, der weiß Bescheid.

Hier redet ein Machtmensch, ein Potentat. Einer, der sich nicht um andere kümmert, wenn er etwas will.

Wenn er denn Gutes will – und es tut, „weil er es kann“. Das mag vielleicht noch angehen.

Aber wenn er Unheil im Sinn hat und entsprechend handelt, „weil er es kann“ – dann sollst Du mal sehen. Dann ziehst Du dich lieber warm an. Dann rechne mit dem Schlimmsten.

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Gott ist auf der Seite des Menschen.

Gott ist auf der Seite des Lebens.

Immer wieder finden sich dafür in der Bibel Zeugnisse.

Jesaja heilt durch Gottes Kraft den totkranken König (vgl. Jes 38) und Jesus macht deutlich, dass der Mensch wichtiger ist, als die buchstabengetreue Erfüllung eines Gesetzes (vgl. Mt 12).

Viele solcher Beispiele gibt es in der Bibel.

Und warum ist es nicht immer so? Warum wird nicht jeder Totkranke geheilt? Warum finden in einem anderen Fall die Gesetze Anwendung, obwohl sie um des Menschen willen besser nicht angewendet worden wären?

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Sommerzeit ist auch Urlaubszeit.


In den nächsten Wochen sind die beiden Autoren des "Tagesimpuls" in Urlaub. Deshalb wird aus dem "Tagesformat" ein "Wochenformat" - aus dem "Tagesimpuls" wird ein "Wort zum Sonntag"
.

Der letzte Tagesimpuls erscheint am 18. Juli. Am 19. Juli wird dann das Wort zum Sonntag veröffentlicht.

Vorherige Tagesimpulse / Worte zum Sonntag finden Sie >>hier

 

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Ich denke gerade an einen Taucher, der unter Wasser arbeiten muss. Damit er nicht immer wieder an die Oberfläche kommen muss, um seine Sauerstoffflaschen zu tauschen, ist er über einen langen Luftschlauch mit dem Schiff verbunden, auf dem ein Generator steht, der die Atemluft zum Taucher bringt. Der Taucher macht sein Ding, ohne sich Gedanken machen zu müssen, wann er seine Arbeit unterbrechen muss. Auftauchen kann er, wenn die Arbeit getan ist.

Problematisch wird es, wenn er über sein Tun vergisst, dass er seine Luft über diesen Schlauch bekommt, wenn er meint, er sei unter Wasser völlig autonom. Er könne völlig „losgelöst“ schalten und walten. Er könne sogar diesen lästigen Schlauch kappen, der ihm immer wieder im Weg ist. Dann geht ihm tatsächlich die Luft aus.

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Er konnte selbst reden, wie ein Prophet – Prof. Erich Zenger in Münster. Und als er über den Prophet Jesaja sprach, da machte er die Feststellung des Jesaja so eindrücklich, dass es nachher mucksmäuschen still im Vorlesungssaal war: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht!“ (Jes 7,9)

„Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht!“

Das ist weniger Drohung als Lebenserfahrung in Gottes Volk. Alle rennen an gegen Israel – keiner kann es überwinden, wenn das Volk Gottes am Glauben festhält.

Und immer wieder rennen sie an.

„Bewahre die Ruhe, fürchte dich nicht!“ (Jes 7,4)

Jeder spürt, wie herausfordernd diese Sätze sind.

FotoFoto: Kath. Kirche Ibbenbüren: Kath. Kirche Ibbenbüren
Foto: Kath. Kirche Ibbenbüren

Über dem Eingang des Kindergartens, in den ich gegangen bin, standen die Worte in Stein gemeißelt: „Kinderdienst - Gottesdienst“.

Der Prophet Jesaja hätte daran seine Freude gehabt (Jes 1,10-17). Er macht seinen Mitmenschen nämlich unmissverständlich klar, was Gott von ihrer Weise Gottesdienst zu feiern hält – gar nichts. Weil er keine Resonanz in der Mitmenschlichkeit findet. Die Unterdrückten werden weiter unterdrückt; die Witwen und Waisen bleiben mittellos. Das Gute, das getan werden könnte, wird nicht getan.

Wo es im Alltag keinen Widerhall dessen gibt, was ich im Gottesdienst gefeiert habe, da ist der Gottesdienst wier ein „dröhnendes Erz und wie eine lärmende Schelle.“ (vgl. 1 Kor 13)

Gottesliebe und Nächstenliebe darf man nicht trennen. Beide nähmen dabei Schaden.

Stefan Keller

Den Tagesimpuls zum Nachhören finden Sie >>hier

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„Muss ich denn alles drei Mal sagen?“

Wer kennt diesen Satz nicht? Als Kind zig Mal gehört. Als Elternteil mindestens zig Mal ausgesprochen.

Kinder hören einfach nicht. Oder besser: sie befolgen nicht das, was ihnen Eltern auftragen. Also bekommen sie auch noch die rhetorische Frage zu hören: muss ich denn alles drei Mal sagen.

Im Psalm 32 steht die Aufforderung, die ähnlich klingt: werdet nicht wie Ross und Maultier, die ohne Verstand sind, mit Zaum und Zügel muss man ihr Ungestüm bändigen, sonst bleiben sie nicht in deiner Nähe. (Vers 9)

Foto: PIxabay.com
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Was habe ich davon? Diese Frage stelle ich mir oft. Bevor ich zum Beispiel einen Vertrag abschließe. Ich prüfe genau, was für mich dabei rumspringt. Heute zeigt Petrus im Evangelium (Matthäus 19, 27-29), dass es ihm auch schon so erging. Beruhigt mich ein bisschen. Er fragt Jesus, was er davon hat, wenn sie ihm nachfolgen. Seine Antwort: Das ewige Leben. Vielleicht nicht ganz das, was sich Petrus erhofft hat.

Ich glaube, auch heute hier auf der Erde kann ich schon Leben gewinnen. Wieviel einfacher wäre es, mich mit dem zu begnügen was ich habe? Einfach mal zufrieden und glücklich sein? Ich vermute es würde vieles einfacher machen. Und so würde auch heute schon auf der Erde, ein Stück ewiges Leben herrschen. Eine tolle Vorstellung.

Volker Mengeringhausen

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Sendungsverfolgungsnummer. Wenn ich ein Paket bestelle, bekomme ich diese Nummer. Ich kann im Internet schauen, wo sich mein Paket befindet. Meist kommt mein Paket auch an dem Tag, an dem es angekündigt ist. Ich weiß, dass ich zuhause sein muss, oder jemand anderes nimmt das Paket an. Zum Beispiel der Nachbar. Ich kann also die Sendung genau verfolgen und habe eine Sicherheit, wann sie mich erreicht.

Eine Sicherheit bei ihrer Sendung haben die Jünger nicht (Matthäus 10, 16-23). Sie können nur darauf vertrauen, dass alles gut wird. Jesus warnt sie aber auch: Es kann gefährlich werden für sie. Sie machen sich trotzdem auf den Weg. Vertrauen darauf, dass Gott an ihrer Seite ist und sie begleitet. Und heute zeigt sich: Die Jünger haben ihr Paket des Glaubens erfolgreich ausgeliefert – denn es gibt uns Christen immer noch.

Volker Mengeringhausen

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Einfach mal alles auf sich zukommen lassen. Abwarten, was passiert. Nicht wirklich meine Schokoladenseite. Aber manchmal hilft es nichts. Ich kann die Dinge nur auf mich zukommen lassen. Was mir dabei meistens hilft: Das Beten. Einfach in Gott vertrauen, dass die Dinge gerichtet werden – und zwar zum Guten hin für alle Beteiligten. Auf sich zukommen lassen, war wahrscheinlich auch die Einstellung der Jünger aus dem heutigen Evangelium (Matthäus 10,7-15). Sie sollten sich auf den Weg machen. Ohne besondere Vorbereitungen zu treffen. Wohin sie gehen? Das wird ihnen der Geist Gottes eingeben. Was sie dort erleben? Wissen sie nicht. Auch die Jünger vertrauen einfach in Gott und machen sich auf den Weg. Ich glaube: Ich kann noch viel von Ihnen lernen.

Volker Mengeringhausen

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