Königlich. So könnte das Bild beschrieben werden, das wir heute im Evangelium finden. Die Menschen versammeln sich. Legen Ihre Kleider auf den Boden. Wedeln Jesus mit Palmzweigen zu. Rufen Hosanna. Ein bisschen wie bei einem Staatsbesuch. Und doch ist etwas anders: Jesus zieht nicht hoch zu Ross in Jerusalem ein. Sondern auf einem Esel. Die Menschen müssen nicht zu ihm aufschauen. Er begegnet ihnen auf Augenhöhe.

Dieses Bild beschreibt auch meinen Gott sehr gut: Es ist ein Gott, der mir und allen Menschen auf Augenhöhe begegnet. Der eben nicht überheblich ist. Und die Nase sehr hochträgt. Sondern: Der mit mir gemeinsam als Teamplayer durchs Leben geht. 

Text: Volker Mengeringhausen
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Wo Jesus ist, ist auch sein Diener. Heißt es im heutigen Evangelium.

Aber wo ist Jesus?

Ist er nur in der Kirche exklusiv zu finden? Oder nur bei denen, die immer da sind?Ich glaube nicht.

Jesus ist besonders an den Orten und bei den Menschen, wo wir es nicht vermuten.

Seit Montag frage ich mich: Ist Jesus nur bei den Menschen, die sich laut Bibelvorgabe lieben? NEIN. Ich bin fest davon überzeugt: Jesus ist bei allen Menschen. Ganz egal, welche Hautfarbe. Religion. Welche Sexuelle Ausrichtung. Das ist vollkommen egal. Was ich glaube: Mein Jesus ist bei allen Menschen – und hat alle gleich lieb.

Text: Volker Mengeringhausen
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Foto: Pixabay.comGebrauchsanleitungen. Eigentlich sollte ich sie lesen, bevor ich ein Gerät das erste Mal in Betrieb nehme. Aber mal ehrlich: Meist bin ich der Ausprobierer. Hier mal drücken. Schauen was passiert, wenn ich diese Taste betätige. Erst wenn ich nicht mehr weiter weiß, nehme ich die Gebrauchsanleitung in die Hand. Da finde ich die Lösung für mein Problem. Da steht dann genau erklärt, was ich tun muss, damit es funktioniert.

So ist es auch im heutigen Evangelium: Jesus erklärt Nikodemus, warum die Dinge so passieren, wie sie passieren. Ich sehe: Auch Jesus ist wie eine Gebrauchsanleitung. Wenn ich nicht mehr weiter weiß, kann er mir trotzdem helfen, mein Problem zu lösen.

Text: Volker Mengeringhausen

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Entrümpeln. Mache ich echt ungern. Mich von Dingen trennen? Mal wieder den Kleiderschrank durchschauen? Tu ich mich echt schwer mit. Irgendwie hängen an den Sachen auch Erinnerungen.

So ein bisschen ist Fastenzeit aber auch wie entrümpeln. Ich denke besonders drüber nach, was in meinem Leben gut läuft oder eben nicht. Wo ich Dinge ändern kann. Oder vielleicht sogar ganz lassen. Es muss ja nicht immer so radikal sein, wie heute bei Jesus im Evangelium. Manchmal ist es schön, auch kleine Dinge zu entrümpeln. Da merke ich dann: Das tut echt gut.

Text: Volker Mengeringhausen
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Ich speichere meine Fotos in einer Cloud. Da sind sie sicher. Gehen nicht verloren. Morgens zeigt mir meine Cloud immer eine Erinnerung. Ein Foto, dass ich vor längerer Zeit gemacht habe. Schnell erinnere ich mich an die schöne Situation. Es wird mir warm ums Herz. Der Tag hat einen tollen Start.

Die Jünger aus dem Evangelium konnten nicht mal eben ein Foto machen. Die Situation fest halten. Um später daran erinnert zu werden. Was aber sicher gleich ist, zu meinen Fotos: Ihnen wurde warm ums Herz, wenn sie sich an die Situation erinnern. Diese schönen Momente können wir im jetzigen Lockdown sehr gut gebrauchen. So geht es mir: Die schönen Momente, an die ich erinnert werde, geben mir neue Kraft für die aktuell belastende Zeit. Die spannende Frage: Welcher Erinnerung gibt Ihnen Kraft und lässt es warm ums Herz werden?

 

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Text: Volker Mengeringhausen
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Ein Regenbogen ist eine tolle Sache. Ein Naturphänomen.

Ein Mythos erzählt: Am Ende des Regenbogens findet sich ein Topf mit Gold. Ich schaue ihn mir gerne an, wenn er am Himmel erscheint. In der Bibel spielt der Regenbogen eine wichtige Rolle. Gott verspricht Noah den Regenbogen als Zeichen des neuen Bundes. So weiß Noah: Wenn ich den Regenbogen sehe, wird alles gut. Denn ich weiß: Gott ist an meiner Seite.

Vielleicht kann uns das Vertrauen von Noah helfen. Versuchen wir beim nächsten Mal, wenn wir einen Regenbogen sehen uns an die Zusage Gottes zu erinnern. Es lohnt sich, denn Gott hält sein Wort und bleibt an unserer Seite.

Volker Mengeringhausen
(Foto: Pixabay.com)

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Die Pfarrgemeinde lädt euch zu einem Krippenweg ein.

Macht euch als Familie auf den Weg – so wie damals Maria und Josef.

Sechs Stationen begleiten euch auf dem Weg zur Krippe.

Es gibt zu jeder Station einen biblischen Text, einen Impuls und ein Gebet. Auch dürft ihr das ein oder andere Lied singen.

Die Wege starten:

In Issum: am Platz an de Pomp
In Sevelen: am Bürgerhaus
Im Oermten: am Mehrgenerationenplatz

Wenn ihr neugierig geworden seid und euch auf den Weg machen wollt, druckt euch das entsprechende Dokument eures Startortes aus oder ladet es euch auf euer Smartphone. (Die Impulse hängen als Anhang an diesem Blog)

Unterwegs braucht ihr auf jeden Fall ein Handy mit Internetverbindung und, nach Möglichkeit, mit einem QR-Scanner!

Wenn wir dürften, würden wir an Weihnachten wieder singen:

"O sehtet, die Hirten,
eilen von den Herden,
und suchen das Kind
nach des Engels Wort."

Unter den Hirten an Sevelens Krippe ist auch einer, der eine Trage auf seinem Rücken hat, die mit Maiskolben gefüllt ist, sein Hut erinnert an einen mexikanischen Sombrero.

Damit kommt zum Ausdruck: Menschen aus aller Herren Ländern machen sich auf den Weg zum Kind in der Krippe. Und nicht mal langsam, sagt das Lied. Sie eilen von ihren Herden zum Stall von Bethlehem.

Das Lied fährt fort:
"Gehn wir mit ihnen,
Friede soll uns we
rden.
Kommt lasset uns anbeten,
kommt lasset uns anbeten,
kommt lasset uns anbeten,
den König, den Herrn." (GL 241,2)

In diesem Jahr sollen wir es eher langsam angehen lassen und nicht in Scharen zum Kind in der Krippe laufen.

Eher zuhause bleiben und das Kind in der eigenen Krippe bestaunen. Dort niederknien und den König anbeten, der im Kind mitten unter uns ist.

Egal wer wir sind, egal woher wir kommen, das Kind in der Krippe heißt jeden willkommen!

Kommt, lasset uns anbeten!

 

Der Verkündigungsengel hat sich nicht nur an Maria von Nazareth gewandt. Ein Engel ist auch dem Josef im Traum erschienen und hat ihm aufgezeigt, was kommen wird: "Maria, deine Verlobte, wird einen Sohn empfangen durch das Wirken Gottes."

Für Josef, von dem die Evangelien sagen, dass er "gerecht und fromm" war, bedeutet das: Gott wirkt - gestern, heute und morgen. Josef ist volle Vertrauen, dass Gott zum Besten des Menschen handelt. Nicht immer gleich und hier. Im Ergebnis stellt sich aber immer wieder heraus: ja, so ist es. Gott fügt alles zum Besten.

Als Josef morgens die Augen aufschlägt und sich den Schlaf aus den Augen reibt, tut, was der Engel Gottes ihm gesagt hat. Er steht zu seiner Frau und dem Kind, das sie gebiert. Er macht das Beste aus der Herbergsnot und bereitet im Stall alles so, dass Maria gut Mutter werden kann. Als die Herrschenden dem Kind ans Leben wollen, packt er Sack und Pack zusammen und flieht, damit das Kind und seine Familie überlebt. Nach der Flüchtlingserfahrung sorgt er in Nazareth, dass die Familie ein Auskommen hat, Jesus "zum Mann heranreifen kann", wie Papst Franziskus das in seinem Schreiben über den Hl. Josef ins Wort hebt.

Die Bibel beschreibt Josef als einen Menschen, der auf Gott vertraut und in jeder Situation gut reagiert; er ist ein echter Problemlöser. Und das nicht nur während seines irdischen Lebens, sondern auch vom Himmel her.

Von Papst Franziskus stammt das Gebet:

Sei gegrüßt, du Beschützer des Erlösers
und Bräutigam der Jungfrau Maria.
Dir hat Gott seinen Sohn anvertraut,
auf dich setzte Maria ihr Vertrauen,
bei dir ist Christus zum Mann herangewachsen.

O heiliger Josef, erweise dich auch uns als Vater,
und führe uns auf unserem Lebensweg.
Erwirke uns Gnade, Barmherzigkeit und Mut,
und beschütze uns vor allem Bösen. Amen.

 

In diesen letzten Tagen vor Weihnachten begleiten Krippenfiguren durch die Tage

 

Der Verkündigungsengel aus der St. Nikolaus Kirche in Issum

Am 4. Adventssonntag berichtet das Lukasevangelium vom Besuch des Engels bei Maria in Nazareth.

Gott kommt!

Dafür steht der Engel. Der unsichtbare Gott, den kein Mensch je gesehen noch jemals sehen wird, sucht sich Erscheinungsformen. Sucht sich Weisen, wie er sich bemerkbar machen kann.

Gott kommt!

Auf leisen Sohlen. Ganz behutsam. Freundlich.

So kommt Gottes Bote, Gabriel.

Sein Reden mit Maria ist einladend, erklärend, werbend. Er brüllt nicht und schreit nicht, er tobt nicht herum, als die junge Frau in Nazareth immer wieder nachfragt, verstehen will, überlegt zu einer Antwort finden will.

Gott kommt!

Er überrumpelt nicht. Und kommt doch mit einer Absicht: der Welt das Heil zu schenken. Und das will er nicht tun, ohne Marias freies Ja. Sie soll Mutter seines Sohnes werden.

Gott kommt! Maria lässt ihn ein.

Und das Wunder nimmt seinen Lauf.

19. Dezember – Lk 1,5-25

Mit der Geburt Jesu war es so – schreibt der Evangelist Matthäus.

Heute berichtet Lukas von der Geburt seines Verwandten, des Täufers Johannes.

Auch hier ist Gott am Werk.

Gott handelt an einer alten Frau, die jenseits der Jahre ist, in denen Frauen Mutter werden. Ihr Name ist Elisabeth. Ihrem Ehemann Zacharias, einem Priester am Tempel in Jerusalem, hatte Gott die Verheißung gemacht, dass er binnen Jahresfrist Vater ist. Das reizt Zacharias zum Widerspruch; vielleicht ist er als Theologe doch zu sehr Realist, als dass er glauben kann, seine Frau können noch Mutter werden.

Dem Zacharias gibt Gott reichlich Gelegenheit, über seinen Widerspruch nachzudenken; bis sein Sohn geboren ist, verschlägt es ihm die Sprache.

Aber als er geboren ist und seinen Namen bekommen hat, da ist es mit seiner Sprachlosigkeit vorbei und er kann – mit allen anderen – Gott loben und preisen für das, was er getan hat.

Vielleicht ist das eine gute Einladung: einfach mal den Mund halten, etwas mehr nachdenken, hinschauen, zuhören. Und am Ende – auch – Gott loben und preisen. Für alles, was er getan hat und auch heute noch tut.

18. Dezember – Mt 1,18-24

Namen, Namen, nichts als Namen.

Aus der langen Reihe tritt heute einer heraus: Josef, der Mann Marias, aus dem Haus Davids.

Papst Franziskus hat ihm jüngst ein Apostolisches Schreiben gewidmet, weil er seit 150 Jahren Patron der gesamten Kirche ist.

Dieser Josef, der heute aus den Vielen heraustritt, ist kein großer Redner. Die Evangelien überliefern vom ihm kein Wort.

Dafür ist er ein großer Träumer. Gleich vier Mal ist in den Evangelien davon die Rede.

Im Traum erfährt er Gott. In der Bibel ist das immer wieder eine Weise, wie Gott mit den Menschen kommuniziert, in Verbindung tritt.

Josef ist nicht verträumt, sondern aus den Träumen kommt er stets hellwach heraus und handelt entsprechend. Und immer ist immer zum Wohl der ihm anvertrauten Maria und Jesus.

Gott folgend, macht das Evangelium so deutlich, führt immer zum Guten.

Vielleicht sollten wir in der nächsten Zeit einmal auf unsere Träume achten. Und nachspüren, ob Gott uns etwas sagen will.

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Mittwoch, 17.12.2020 – Mt1,1-17

Namen, Namen, nichts als Namen!

Zig Namen.

Vor allem Männer.

Aber auch Frauen. Und was für welche!

Namen, Namen, nichts als Namen!

Damit fängt Matthäus sein Evangelium von Jesus an.

So macht er deutlich: Jesus wird als Mensch aus einem Menschen geboren: Maria.

Er ist wirklich der Menschensohn.

Zugleich ist er der Gottessohn, weil nicht ein Mensch sein Vater ist, sondern Gott.

Himmel und Erde berühren sich. Gott und Mensch wirken zusammen.

Mittwoch, 3. Adventswoche, Lk 7,18b-23

Johannes der Täufer will kurz vor seinem Tod aus dem Gefängnis heraus noch Klarheit haben: Ist Jesus derjenige, auf den ich hingewiesen habe. Ist er derjenige, dem ich den Weg bereitet habe. Ist er der erwartete Retter, der Heiland, der Messias?

Mit dieser Frage schickt er zwei seiner Jünger zu Jesus. Wegweisend ist, wie Jesus die Frage des Johannes beantwortet.

Die Jünger des Johannes kommen zu Jesus und SEHEN, WAS ER TUT: Kranke heilen, Dämonen vertreiben, Blinden das Augenlicht zurückgeben, Lahme wieder zum Gehen bringen. Sogar Toten schenkt er neues Leben. Und er verkündet eine frohe Botschaft.

Wie also beantwortet Jesus die Frage des Johannes: durch das, was er tut. Mehr noch als durch das, was er sagt.

An seinen Taten wird ablesbar, wes Geistes Kind er ist. Aus welcher Haltung heraus er handelt. Dass er wirkt in der Vollmacht Gottes.

Und wie steht es mit meinen, wie steht es mit Deinen Taten?

Dienstag, 3. Adventswoche: Mt 21,28-32

Jesus ist nach wie vor im Tempel; in der Episode vorher (gestern) haben ihm seine Gegner eine Grube gegraben, in die sie selbst gefallen sind.

Heute wendet sich Jesus an die Hohenpriester und die Ältesten seines Volkes, um ihnen aufzuzeigen, wer diejenigen sind, die Gott am meisten am Herzen liegen.

Gott hat nämlich eine bestimmte Vorliebe: die Ausgegrenzten, die Menschen am Rand, die Underdogs, die Kleinen … Wer den Sprachgebrauch der Bibel kennt, kommt schnell auf die „Zöllner und Sünder“.

Jesu Erfahrung: sie haben ganz oft eine große Sensibilität für den Wunsch und den Willen Gottes. Ihr Ohr ist offen für sein Wort. Ihr Herz ist bereit, Gott darin Wohnraum zu geben.

Jesus erzählt eine kleine Geschichte. Ein Vater bittet seine beiden Söhne, in den Weinberg zu gehen, um dort zu arbeiten. Der erste sagt „Ja“ und geht nicht; der zweite sagt „Nein“ und geht doch. Wer hat den Willen des Vaters erfüllt?

Jesus macht deutlich: Gott braucht keine Jasager, die dann doch anders handeln. Ihm sind die scheinbar „Aufsässigen“ lieber, die sich dann bekehren um den Willen des (himmlischen) Vaters zu tun.

Foto: Pixabay.com
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Montag, 3. Adventswoche: Mt 21,23-27

„Wer anderen eine Grube gräbt …“

Wieder mal passt dieses Sprichwort zum Geschehen im Evangelium. Jesu Gegner wollen ihm an den Kragen. Sie haben sich eine scheinbar harmlose Frage überlegt, mit der sie ihn ködern wollen.

Doch Jesus durchschaut ihre Absicht. Er stellt ihnen eine Gegenfrage, deren Antwort sie selbst als Dilemma erkennen. Also: sie bleiben die Antwort schuldig.

Konsequenter Weise bleibt auch Jesus seinen Gegnern eine Antwort schuldig. ‚Wenn ihr mir nicht antwortet, antworte ich euch auch nicht.‘

Was hat das mit Weihnachten zu tun?

Vielleicht ist diese Episode Anlass über das eigene Reden nachzudenken. Wie gehe ich auf andere zu? Was will ich vom anderen wissen? Und warum? Was sind meine Motive? Sind die lauter? Will ich den anderen etwa erst einlullen, in Sicherheit wiegen und dann würg ich ihm einen rein? Bin ich auf Streit aus? Oder lasse ich es zu, dass das Gespräch an Schärfe zunimmt?

An Weihnachten brechen immer wieder Familienstreitigkeiten auf. Vielleicht achte ich in diesem Jahr mehr als sonst auf mein Reden. Vielleicht höre ich in diesem Jahr mehr als das ich spreche …

In dieser Woche orientieren sich die Impulse an den Evangelien des jeweiligen Tages.

Foto: Pixabay.com
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Sonntag, 3. Advent: Joh 1,6-8.19-28

Johannes der Täufer steht als Person im Mittelpunkt des heutigen Evangeliums. Er, der von sich sagt: ich bin nicht der, auf den ihr wartet. Ich bin der Rufer in der Wüste. Ich bin der, der sagt: „Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich!“

Matthias Grünewald hat im 16. Jahrhundert auf dem Isenheimer Altar diesen Mann unter das Kreuz gemalt. Historisch gehört er da nicht hin; als Jesus gekreuzigt wurde, da war er längst enthauptet worden.

Die Absicht des Malers: Johannes verweist auf Jesus. Und das Größte, was der menschgewordene Gottessohn tun konnte: sein Leben hingeben.

So groß ist die Gottes Liebe, dass sie Leid und Tod nicht ausspart. Gott macht keinen Bogen darum, sondern geht mitten hindurch.

Aus dieser Haltung heraus lebt Jesu sein Leben. Deshalb der Fingerzeig des Täufers Johannes.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.

Mittlerweile sind es zwei.

Ab morgen brennen drei.

Und wenn das vierte Lichtlein brennt – dann ist Weihnachten nicht mehr weit.

Kein Virus verhindert, dass Weihnachten kommt.

Kein Virus verhindert, dass Jesus geboren wird.

Kein Virus verhindert, dass Jesus in Dir geboren wird.

Von Angelus Silesius stammt das schöne Wort: „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.“

Der schlesische Dichter und Mystiker bringt damit auch zum Ausdruck: kein Virus verhindert, dass Jesus geboren wird – aber du selbst kannst es verhindern – und daraus wächst nichts Gutes.

Also: öffne Jesus zu Weihnachten Dein Herz. Lade ihn ein, darin zu wohnen.

Vielleicht taugt das Anzünden der dritten Kerze am Adventskranz auch, um ihm die Einladung auszusprechen: Komm, Herr Jesus, komm!

Worum geht es an Weihnachten – um das Leben.

Um Menschenleben.

Gottes Sohn wird Mensch.

Der Menschensohn.

An vielen Orten dieser Welt geht es in diesen Tagen ums Über – Leben.
Corona-Pandemie. Krieg. Terror. Gewalt. Naturkatastrophen. Schwerste Erkrankungen des Leibes und der Seele.

Über Leben.

Um das Überleben vieler bedürftiger Menschen in Lateinamerika kümmert sich das bischöfliche Werk ADVENIAT. Die Kollekte in allen Weihnachtsgottesdiensten kommt diesen Menschen zugute.

Wer nichts in einen Klingelbeutel werfen kann, kann seine Spende auch auf das Spendenkonto der Pfarrei überweisen; von dort geht es zu 100% an ADVENIAT weiter. Spendenquittungen werden auf Wunsch ausgestellt.

Spendenkonto St. Anna: IBAN: DE92 3206 1384 0503 6660 73

Um mehr über die Arbeit von Adveniat zu erfahren, um herauszubekommen, was mit den Spendengeldern geschieht auf das Foto klicken oder >>hier.

 

 

Foto: Pixabay.comFoto:Pixabay.com

 

Zu Beginn der Gottesdienste in unseren Kirchen wird zur Zeit jedes Mal ein Hinweis verlesen.

„Während der Corona-Pandemie feiern wir die Gottesdienste mit besonderen Auflagen. Wir müssen äußerlich voneinander Abstand halten – achten Sie bitte darauf.“

Wahrscheinlich gilt das auch für das kommende Weihnachtsfest: feiern unter besonderen Auflagen – äußerlich voneinander Abstand halten.

Sofort schrillen die inneren Alarmglocken: das geht doch gar nicht. Das will ich nicht. Das mach ich nicht.

Weihnachten unter Auflagen. Weihnachten und äußerlich Abstand halten.

Weihnachten soll sein wie immer: ich will mich im warmen Wohnzimmer mit meiner Familie unter dem Weihnachtsbaum und an der Krippe treffen. Ich will mit allen gemeinsam am Tisch sitzen, essen und trinken und mich unterhalten.

Niemand soll mir vorschreiben, wie viele Menschen dann beieinander sein dürfen. Niemand soll mir vorschreiben, wie weit ich vom Nächsten ich mich aufhalten darf. Niemand soll mir mein Weihnachtsfest reglementieren.

Weihnachten soll sein wie immer.

Das ist, von heute aus gesehen, wo dieser Artikel geschrieben wird und die Corona-Infektionszahlen immer schneller ansteigen – ein guter Wunsch und eine gute Bitte im persönlichen Beten.

Ich wünsche mir: Weihnachten soll sein wie immer. Ich bete darum: Weihnachten soll sein wie immer.

Die Corona-Pandemie legt uns an vielen Stellen den äußerlichen Abstand auf. Das birgt zugleich die Chance, innerlich ganz nah beieinander zu sein.

Beim ersten Weihnachten waren auch nur drei Menschen beieinander: Maria und Josef und ihr Kind, Jesus.

Die drei waren an einem außergewöhnlichen Ort und konnten nicht die Gemütlichkeit im eigenen Haus genießen. Jesu Familie war zum ersten Weihnachtsfest im ungemütlichen Stall fern der Heimat in Bethlehem. Die Eltern hätten sicher gerne die Geburt ihres Kindes mit Freunden und Verwandten gefeiert. Damals ging das nicht.

Zufällige Besucher kommen zur Familie im Stall und berichten ihnen, was sie gerade in Erfahrung gebracht hatten: Gottes Sohn ist auf Erden erschienen. Engel verkünden den Menschen deshalb den Frieden.

Die Mutter des Kindes hört gut zu und bewahrt alles, was damals geschah und gesagt wurde, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

Vielleicht ist das die Chance dieses Weihnachtsfestes unter Corona-Bedingungen: ich komme ins Nachdenken:

  • Was passiert gerade? In meiner Familie? Bei meinen Freunden und Verwandten? In unserer Gesellschaft? Auf dieser Welt?
  • Was ist damals passiert, im Stall von Bethlehem?
  • Was ist aus dem geworden, was im Stall von Bethlehem begonnen hat? Was wurde aus Jesus?
  • Was bedeutet mir das Geschehen im Stall von Bethlehem und was aus Jesus geworden ist?
  • Was bedeutet dieses Geschehen den Menschen in meiner Nähe? Habe ich sie schon mal danach gefragt? Habe ich ihnen schon mal Meinung dazu erzählt?

Weihnachten ist dieses Jahr vermutlich anders als sonst.

Weihnachten fällt wegen Corona auf gar keinen Fall aus.

Auch in diesem Jahr gilt: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt!“ Dieses Kind ist der Immanuel, der Gott-mit-uns!

Ich wünsche Ihnen im Namen aller in der Seelsorge in St. Anna Tätigen frohe und gesegnete Weihnachtstage!

Stefan Keller
Dechant

Foto: Pixabay.com
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Erwartungsvolle Augen.

Augen voller Sehnsucht.

Augen, die Ausschau halten.

Die passen gut in den Advent.

Dem kommenden Christus entgegenblicken. Ausschau halten, wann er kommt, der Gottessohn, der Menschensohn.

Wie sieht er aus?

In welcher Gestalt tritt er mir entgegen?

Komm Herr Jesus, komm! Und säume nicht.

Rorate – eine Messe mit vielen Kerzen, die meistens am frühen Morgen gefeiert wird. Wenn es draußen dunkel ist und kalt. Mancherorts, wenn nicht Corona das verhindert, findet anschließend ein Frühstück statt mit Brötchen und heißen Getränken.

Stimmungsvolle Atmosphäre. Das gehört zum Advent dazu.

Früher Morgen, Dunkelheit ringsum, viele Kerzen erleuchten das Kirchenschiff.

Kerzenlicht – es verweist auf das eine Licht. Es verweist auf den, er von sich gesagt hat: Ich bin das Licht der Welt.

In einem alten Liedruf der Kirche wird darum gesungen, dass dieses Licht aus der Höhe herabkommt und die Dunkelheit vertreibt.

Wobei der alte Lateiner sagen würde: Rorate bedeutet „tauen, im Tau herabkommen…“ Das passt so gar nicht zum Kerzenlicht.

Sei’s drum – Roratemesse mit ihrem Kerzenlicht gehören einfach zum Advent und tun der Seele gut.

Manchmal ist er nötig – der Reset-Button am PC. Wenn gar nichts mehr hilft: alles noch mal auf Anfang.

Bevor das alte Smartphone seinen Besitzer wechselt: bitte auf Werkseinstellungen zurücksetzen.

So etwas ist in der Menschheitsgeschichte auch geschehen im Blick auf die Menschwerdung Jesu. Gott hat noch einmal einen neuen Anfang gesetzt, einen Menschen geschafften wie er im Paradies gelebt hat.

Maria von Nazareth ist dieser Mensch. Ganz ursprünglich. Paradiesisch schön. Makellos. Ohne Brüche. Ganz. Heil.

Gott will bei den Menschen wohnen. Er will Mensch werden. Jesus wird als Sohn Marias geboren.

Ida Friedericke Görres nennt Maria deshalb: Gottes unverdorbenes Konzept.

Der 8. Dezember trägt den lateinischen Namen: Immaculata Conceptio. Die Kirche feiert an diesem Festtag die „Unbefleckte Empfängnis Mariens“.

(Foto: Bild der Immaculata in der St. Antonius Kirche in Sevelen)

Foto: STK
Foto: STK

„Ich stehe vor der Tür und klopfe an!“ (Offb 3,20)

„Ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann!“ (Offb 3,8)

„Ich bin die Tür.“ (Joh 10,9)

In der Apostelgeschichte reflektiert Paulus die Annahme des Glaubens mit dem Bild, dass Gott Türen öffnet.

Die Tür scheint also in der Bibel nicht ganz unwichtig zu sein. Zumal nicht die Tür, die man öffnen kann, die offene Tür.

Gott steht vor der Tür und klopft an. Davon redet auch ein Adventslied: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit!“

Und wie kommt Gott? Oft und oft in menschlicher Gestalt. Jede Begegnung kann zur Gottesbegegnung werden. Ob eine Begegnung Gottesbegegnung ist, sagt mir mein Herz.

Foto: STK
Foto: STK

Issums Schutzpatron – der Heilige Nikolaus.

Die älteste Heiligenfigur in der Pfarrei: der sitzende Nikolaus in der St. Nikolaus Kirche in Issum.

2005 hat er im Rahmen der Kirchenrenovierung seinen Platz im rechten Seitenschiff gefunden. Auf einer Sandsteinstele. Vorher hatte sie andere Orte in der Kirche. Davor war sie im Nikolaushäuschen an der Mühlenstraße zuhause. Die Figur gehört der St. Nicolai Bruderschaft, die 1419 gegründet wurde.

Sankt Nikolaus – Issums Schutzpatron.

Als Bischof hat er geistliche Verantwortung für die ihm anvertrauten Menschen. Und weil Nikolaus ganzheitlich gedacht hat, sorgt er sich auch um das leibliche Wohl. Der Heilige hat den ganzen Menschen im Sinn; der Mensch ist eine Einheit von Leib, Seele und Geist.

Nikolaus kümmert sich um den Menschen.

Ihn erinnern, ihn lebendig halten, am 06.12. sein Fest feiern  bedeutet: es genauso machen.