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Heute gedenkt die Kirche des Hl. Markus. Unser zweiter Sohn hat heute Namenstag. Markus ist einer der Evangelisten. Er hat die Geschichten über Jesus mit aufgeschrieben. Damit können wir heute noch nachlesen, was Jesus damals alles getan hat. Welche Wunder er gewirkt hat, so wie gestern das Brotwunder. Aber nicht nur Wunder sind vermerkt. Auch in vielen Gleichnissen hat Jesus geredet. Damit verdeutlich, wie der Vater ist. Welche Einstellung er hat. Was er uns Gutes mit auf den Weg gibt.
Es sind aber nicht nur Einstellungen zu finden. Sondern auch Anweisungen. So wie heute (Markus 16, 15-20). Der Auftrag an uns: Hinausgehen in die ganze Welt. Die Botschaft Jesu verkünden. Nicht damit im eigenen Haus bleiben. Sondern raus in alle Welt gehen.
Klingt in der jetzigen Situation ein bisschen komisch. Alle Welt spricht von Zuhause bleiben. Im kleinen leben. Soziale Kontakte vermeiden. Und in dieser Zeit finde ich dieses Evangelium. Verrückt?
Ich glaube es könnte passender nicht sein. Denn: Ja, die Messen fallen aus. Zur Eucharistie dürfen wir uns derzeit nicht versammeln. Aber mal ehrlich? Besteht Kirche nur aus Feier der Eucharistie? Ist Kirche nicht viel mehr? Wenn ich in diesen Tagen mit Kollegen über Videochat oder Telefon kommuniziere, stellen wir immer wieder fest, wie sehr sich Kirche doch verändert hat. Im Gebäude Kirche wird der Glaube quasi im Moment nicht weitergegeben. Sicher es gibt viele digitale Angebote. Die will ich auch nicht schmälern in ihrer Breite. Aber es ist doch nicht dasselbe. Was vielmehr entsteht, sind kleine Hauskirchen. Zuhause versammeln sich Menschen, um miteinander zu beten. Feste Rituale werden installiert. Oder wieder neu entdeckt. Hier zeigt sich: Der Glaube wird weitergelebt – nur halt in einer anderen Form.
Ab dem 1. Mai dürfen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder Gottesdienste gefeiert werden. Ich bin überzeugt: Es wird anders sein als vor der Pandemie. Die Zahl wird begrenzt sein. Das Gebäude nicht mehr so voll. Ob wir singen dürfen? Ich kann es heute noch nicht sagen.
Wenn ich einen Wunsch hätte, wäre es folgender: Lassen wir den Geist Gottes weiterwirken, auch wenn wir uns zur Eucharistiefeier versammeln dürfen. Versuchen wir, dass, was zu Hause entstanden ist, weiter aufrecht zu erhalten. Dann ist das Wort, das Markus für uns aufgeschrieben hat aktueller denn je. Denn: Wenn ich zuhause nach der Botschaft Jesu lebe, erkennen andere nach außen hin meine Motivation, wenn ich in Jesu Sinne handle. Damit erfülle ich den konkreten Auftrag: Geht hinaus in alle Welt und verkündet den Menschen das Evangelium.
Volker Mengeringhausen
Den Tagesimpuls zum Nachhören finden Sie >>hier