Eintreffen der PilgerIn aller Herrgottsfrühe sind die ersten aufgebrochen, zu Fuß, von Oermten, Sevelen und Issum. Es ist Wallfahrtstag in St. Anna. Nächstes Wochenende ist Kirmes in Sevelen - die Wallfahrt hat auch als Anliegen, um ein gutes Kirmesfest zu bitten.

Das Kreuz geht voran. Jesus Christus folgen wir nach - und gehen dabei in den Fußspuren der Gottesmutter Maria. Sie ist die große Glaubende. Jesus Christus, den sie geboren hat, bleibt ihr ein Leben lang ein Herzensanliegen.
"Was er euch sagt, das tut!" Diesen guten Rat gibt sie den Dienern auf der Hochzeit zu Kana. Und die Diener folgen diesem Ratschlag und erfahren: auf Jesus kannst du dich verlasssen! Im kannst du glauben. Auf ihn kannst du bauen.

Zug zur GnadenkapelleMit dem Rad, zu Fuß, auf Inline-Skates, mit dem Auto oder dem Bus - unzählige Wallfahren treffen sich um 7.30 Uhr auf dem Peter-Plümpe-Platz in Kevelaer und ziehen gemeinsam zur Gnadenkapelle. Die Bruderschaften aus beiden Dörfern rahmen den Festzug ein; die Kommunionkinder, die Fahnenabordnungen, die Gruppen und Vereine, viele Einzelpilger und Familien schließen sich zum Prozessionszug zusammen.

An der Gnadenkapelle empfiehlt Pfr. Keller die Menschen der Pfarrgemeinde der Gottesmutter, die in Keveleaer als die Trösterin der Betrübten vereehrt wird.

Einzug in die BasilikaUm 8.15 Uhr beginnt das Festhochamt in der Basilika. Domkapitular Dr. Stefan Zekorn, Pfarrer an St. Marien, begrüßt die Wallfahrer aus St. Anna.
In seiner Predigt greift Pfr. Keller auf zwei Mosaiken in Rom zurück, die wichtige Aussagen über die Gottesmutter abbilden.
Jesus und Maria sind untrennbar miteinander verbunden, sagt das Apsismosaik in Sta. Maria in Trastevere. Mutter und Sohn, aber auch Gottessohn und die Frau, die an ihn glaubt.
In Sta. Maria Maggiore setzt Jesus seiner Mutter die Krone auf's Haupt und macht deutlich: Du bist unendlich wertvoll! Was für Maria gilt, ist auch die Zusage Jesu an jeden Menschen.

Feierlich gestalten beide Kirchenchöre das Festhocham musikalisch mit.

Frühstück für die Messdiener im PriesterhausNach dem anschließenden Frühstück ist um 10.45 Uhr Abmarsch zum Kreuzweg von der Gnadenkapelle aus. Die kurzen Stationen bringen jeweils aktuelle Themen mit den Kreuzwegstationen zusammen und regen zu vertieftem Nachdenken an.
An der "Kapelle der Arbeit" segnet Pfr. Keller die mitgebrachten Andachtsgegenstände und die Wallfahrer.

Um kurz vor 12 geht die Pfarrwallfahrt zu Ende.

Kommunionkinder beim KreuzwegHeilige Maria, Trösterin der Betrübten, bitte für uns und die ganze Pfarrgemeinde St. Anna.








Beide Kirchenchöre singen in der Basilika

Was ein ereignisreicher und schöner letzter Tag in Rom! San Pietro in Vincoli war unser erstes Ziel; eine der ältesten Kirchen Roms, wo die Ketten aufbewahrt werden, mit denen der Tradition zufolge Petrus gefesselt war. Dort ging jeder in Stille der Frage nach: „Was fesselt mich? Wovon bin ich begeistert und angetan? Michelangelos Mose in der Kirche San Pietro in VincoliUnd andererseits: Was hält mich gefangen? Was würde ich gerne loslassen?“

Auf dem Weg zum Colosseum ging’s an den Toiletten vorbei. Aber, was für eine Schlange bei den Frauen! Unser Hinweis lautete: „This is the end of the….? ….snake?“

Am Konstatinsbogen vorbei ging es dann auf den Aventin mit dem schönen Rosen- und Orangengarten. In Santa Sabina stimmten wir nochmals ein „Lobe den Herren“ an, nachdem wir zuvor durch das „Schlüsselloch Roms“ eine Schönheit betrachtet hatten.








Jeder trat ans Schlüsselloch heran und staunte: „Ja, sie ist wirklich schön. Blick durch das Schlüsselloch auf dem Aventin-HügelDie Kuppel des Petersdoms.“

Am Nachmittag tauchten wir nochmals ein in das bunte Treiben Roms. Auf ging’s zur Piazza Colonna mit der Marc-Aurel–Säule, auf deren Spitze eine Figur unseres Apostels Paulus steht. Über die Via del Corso erreichten wir die Piazza del Popolo, wo einige noch den Aufgang auf den Pincio-Hügel wagten. Andere genossen den Kaffee und das Eis auf dem roten Sofa eines Nobelcafes an der Piazza und waren sich einig: „Wir wurden verwöhnt wie der Papst!“. Im Bus kündigte Schwester Lauriana schließlich an: „Ich freu mich schon auf einen schönen Abschlussabend. Wir feiern eine Party. Keiner verlässt vor mir die Terrasse. Ist das klar?!“

Morgen früh um 7.30 Uhr rollen die Räder des Busses Richtung Niederrhein; am Brennerpass machen wir für die Nacht Station, um am Freitagabend wieder zu Hause zu sein.



 

Blick vom Pincio-Hügel auf die Piazza del Populo und den Vatikan-Hügel

Fassade von Santa Maria Maggiore„Das war heute schon mal eine Übung für die Rückreise“, sagte Rainer Gurski am Abend dieses Tages. „Heute haben wir viel im Bus gesessen.“

Römischer Straßenverkehr ist so unberechenbar wie das Wetter. Du weißt nie, wie es kommt. Fast drei Stunden dauerte der Weg bis Santa Maria Maggiore, der größten Marienkirche der Stadt Rom. Heute stand sie im Mittelpunkt des Vormittagsprogramms.

Nicht die Apostel Petrus und Paulus, sondern die Mutter Jesu kam in den Blick. In der Apsis dieser Kirche auf dem Esquilin-Hügel findet sich ein wunderschönes Mosaik, das die Krönung Mariens durch Jesus zeigt.

Aufwändige Mosaikarbeiten schmücken die Böden vieler Kirchen„In der Krönung ihrer Verdienste krönst du das Werk deiner Gnade.“ So heißt es in einem der Gebete der Kirche.

Unter dem Hochaltar dieser Kirche befindet sich in einem kostbaren Gefäß Holz von der Krippe Jesu. Kaiserin Helena hat diese Reliquien aus dem Heiligen Land in die Heilige Stadt gebracht.

Im linken Seitenschiff der Basilika befindet sich das Wallfahrtsbild Maria „Salus Populi Romani“ – Maria, Heil des römischen Volkes.

Kostbares Gefäß mit Holz der Krippe JesuNach der langen Fahrt durch ein verregnetes Rom stand ein Ausflug ans Meer auf dem Programm für den Nachmittag. Zwei Stunden baden im Mittelmeer entschädigten ein wenig für die lange Busfahrt.

Zwei Tage in einen Eintrag zusammenfassen, das fällt gar nicht leicht. Hier gibt es so viel zu sehen und zu erleben...

Der Sonntag begann mit der heiligen Messe nach dem Frühstück im Quartier. Die kleine Hauskapelle ist uns Pilgern zum lieb gewonnenen Ort geworden. Hier ist Atmosphäre, um zu beten. In den vielen und großen Kirchen der Stadt machen die vielen Besucher das Beten nicht einfach.

Blick aufs Forum RomanumDem Apostel Paulus ein Stück näher kommen, das war für den Sonntag angesagt. So ging es mit dem Bus bis in die Nähe des Circus Maximus und dann zu Fuß hinauf auf den Kapitols-Hügel. Von dort aus hieß es zunächst einen Blick ins Forum Romanum werfen.
In antiker Zeit spielte sidh auf diesem Arreal das religiöse, politische und wirtschaftliche Leben der Stadt. Vorbei an zahllosen Tempelrunien verläuft die Via Sacra als zentrale Straße. In der Nähe des Triumphbogens des Septimus Severus befindet sich das Gebäudes des Senates. Neben dem Kaiser hatte das Senatorengremium Regierungsverantwortung.
Am Triumphbogen des Septimus Severus finden sich Darstellungen der Zerstörung des Tempels in Jerusalem. Erschreckende Bilder bis auf den heutigen Tag.

In der Nähe des Forums findet sich der Marmertinische Kerker; eines der schrecklichsten Gefängnisse im römischen Reich. Tief unten befindet sich ein höhlenähnlicher Raum in den die Gefangenen durch ein Loch in der Decke geworfen werden - Petrus und Paulus waren beide hier eingekerkert, bevor sie ihr Martyrium erlitten.

Nach einem Rundgang auf dem Kapitol, auf dem sich heute das Rathaus der Stadt Rom befindet, sind wir in die Kirche Sta. Maria Ara Coeli gegangen. Und wurden durch einen Traugottesdienst überrascht. In Rom wird am Sonntag geheiratet - kirchlich und standesamtlich. Schon auf dem Kaptiol waren uns die schönen Bräute aufgefallen.
In der Kirche Ara Coeli befindet sich das "Bambino Gesu", dem aus aller Welt Menschen ihre Weihnachtswünsche mitteilen. Mitten im Sommer haben wir ihm "Zu Betlehem geboren" gesungen.

Impuls vor der LateranbasilikaHinter dieser Kirche befindet sich eine wunderbare Dachterrasse, die einen schönen Rundblick auf die Trajansforen bietet.
Vom Kaptiolshügel hinab ging es über die Treppe, die zum Haupteingang der Kirche Ara Coeli führt.
Dort begegnete uns die Hochzeitsgesellschaft aus der Kirche wieder, die schon miteinander das Feiern begann.

Der Weg führte uns dann ins Stadtviertel Regola, wo sich die Kirche San Paolo alla Regola befindet. Dieses Gotteshaus, das wir leider verschlossen vorfanden, ist über der Mietwohnung errichtet, von der im Kapitel 28 der Apostelgeschichte die Rede ist. Dort wohnte Paulus, zusammen mit seinem Wachsoldaten, konnte Gäste empfangen und regelrecht eine Schule des Christwerdens gründen.
Eindrucksvoll klangen die Worte aus dem ersten Kapitel des Philipperbriefes, den Paulus aus der Gefangenschaft schreibt. Auch in ,widrigen Lebensumständen nicht aufstecken, das zeigt dieser Ort.

Mittelschiff der LateransbasilikaFür den Nachmittag hatten wir uns einen anderen römischen Hügel vorgenommen, den Lateran.
Hier befindet sich die wichigste Kirche der Stadt Rom - die den beiden Johannesen geweihte Kirche 'San Giovanni in Laterano'. Die Lateransbasilika ist die Bischofskirche des Papstes. Damit ist sie ranghöher als der Petersdom, der das Grab des Apostels Petrus birgt.
Frau Bogers erschloss uns Pilgern diesen gewaltigen Kirchbau und lud uns ein, beim Durchschreiten der Kirche mit einer Kniebeuge den großen Gott zu ehren, vor dem wir als Menschen zunächst ganz klein sind. Beim Aufstehen aber solle uns der Gedanke begleiten, dass Gott ganz groß vom Menschen denkt und er alles dran setzt, das der Mensch sich entfaltet und seiner Würde gemäß lebt.

Im Inneren der Kirche befinden sich im Mittelschiff über vier Meter hohe Statuen der Apostel. Vorne über dem Papstaltar befindet sich im sog. Ziborium ein hölzerner Altar, an dem die ersten 33 Päpste zelebriet haben sollen. Daneben befinden sich in diesem uralten Kunstwerk Kopfreliquiare der Apostel Petrus und Paulus.

Leider konnten wir die Taufkirche, das Baptisterium am Lateran nicht besuchen, weil dort gerade Kinder getauft wurden. Dieser achteckige Bau ist Modell geworden für unzählige Tauforte in katholischen Kirchen.

Auf dem Lateranhügel befindet sich auch die Heilige Stiege. Kaiserin Helena hat im 4. Jahrhundert im Heiligen Land die Orte des Lebens, Leidens und Sterbens Jesu aufgesucht und viele Erinnerungsstücke mit nach Rom gebracht. Unter anderem die Treppe aus dem Palast des Pilatus, die Jesus während seiner Passion hinaufgegangen ist.

Pilgergruppe in den Vatikanischen GärtenNach diesem "hügeligen Tag" ging es heute in einen der schönsten Gärten dieser Welt.
Tag für Tag besuchen rund 20.000 Menschen die vatikanischen Museen. Nur 300 davon dürfen auch in die vatinkanischen Gärten. Wir hatten als Pilger das Glück, dafür Karten zu bekommen.
Die Stadtführerin Brigitte Malvagna hat uns gut zwei Stunden durch diese herrlichen Anlagen geführt, die sich über die Hälfte des Vatikanstaates erstrecken. 29 Gärtner sorgen dafür, dass die Bäume, Blumen und Rasenflächen gepflegt werden.
Nachmittags ist der Garten für Papst Benedikt reserviert, der sich dort gerne aufhält, wenn ihn nicht seine umfangreiche Arbeit bindet.

Völlig überraschend eröffnete uns Frau Malvagna, das der Rückweg aus den vatikanischen Gärten durch die Museen geht und wir durch die Sixtinische Kapelle in den Petersdom führt.
So mussten wir nicht ein zweites Mal durch die Sicherheitskontrollen, die notwendig geworden sind, um diese Kirche zu besichtigen. Und wir hatten noch dazu ein Juwel in unserem Reiseprogramm.
In der Sixtinsichen Kapelle sind vor Jahren die Fresken restauriert worden; seit dieser Zeit ist die Besucherzahl in den vatikanischen Museen sprunghaft angestiegen.
Die Museen selbst bieten 7 km Wegstrecke entlang den Ausstellungsstücken - Programm für mehrere Wochen.
Wir haben die kurze Zeit in der Sixtinischen Kapelle genossen und die wunderbaren Malereien Michelangelos bestaunt. Die Erschaffung des Adam, das jüngeste Gericht - wunderschöne, ausdrucksstarke Bilder.

Von der Sixtina ging es hinunter in den weiten Raum des Petersdomes -  über 15.000 Quadratmeter Fläche umfasst diese Kirche über dem Grab des Apostels Petrus. Der beeindruckende Baldachin über diesem Grab ist aus der Bronze der Vorhalle des Pantheons geschaffen worden. In der Kuppel sieht man ein Schriftband mit 2 m hohen Buchstaben, die den Auftrag Jesu an Petrus wiedergeben: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich die Kirche bauen, ich übergebe dir die Schlüssel des Himmelreiches.
Eindrucksvoll strahlte das Alabasterfenster mit der Darstellung des Heiligen Geistes in Gestalt einer Taube in den Raum hinein.

Unter dem Petersdom befinden sich die sog. Grotten; der Begräbnisort für viele Päpste. Besonders eindrucksvoll ist es, wie viele Menschen am Grab Johannes Pauls II. betend verweilen.
In den Grotten hat man auch einen Blick auf das Grab des Apostels Petrus. In einer  Nische über diesem Grab befindet sich ein ausdrucksstarkes Christusmosaik.

Pilgergruppe in den Vatikanischen GärtenNach diesem eindrucksvollen Vormittag sind wir nach dem Mittagessen zurück ins Gästehaus Fraterna Domus gefahren.
Einige "Unendwegte" haben sich noch zu einem abendlichen Rundgang in der Stadt auf den Weg gemacht.
Nachdem gestern die Pilger über den deutschen Sieg im Fußballspiel gegen Australien gejubelt haben, dürfte es heute in der Stadt ruhig werden, weil alle Römer ihrer Nationalmannschaft am Fernsehen die Daumen drücken.

Für Morgen steht Santa Maria Maggiore auf dem Programm.

Fortsetzung folgt.

Heute, am Samstag, sollte es ein etwas ruhigerer Tag werden. Nicht mehr gleich in den Trubel der Stadt, sondern "außerhalb der Mauern" des antiken Rom an die Orte, an denen das Martyrium des Apostels Paulus sich ereigenete und wo, unweit davon, sein Grab liegt.

Draussen, vor der Stadt, im Sumpfland, hatten die Römer einen der Hinrichtungsplätze. Paulus wird um das Jahr 67 dorthin geführt, für eine kurze Zeit in eine Zelle gesperrt und dann enthauptet. Und, so will es die Legende, an den Orten, an denen sein Kopf auf den Boden fiel und dreimal aufschlug, entsprangen drei Quellen.
Seit dem vierten Jahrhundert leben an diesem Ort Mönche; verschiedenste Orden hatten eine zeitlang hier ihr Kloster. Am längsten die Zisterzienser; heute sind es Mönche des Trappistenordens, die das Kloster Tre Fontane besiedeln.

Abteikirche Tre Fontane in RomAuf dem Gebiet dieses Kloster haben wir Pilger Station gemacht und in einem geistlichen Impuls Texte aus den Paulusbriefen betrachtet, die sich um den Themenkreis "Sterben und Auferstehen" ranken. Jeweils nach einem Briefabschnitt wurde ein Liedruf gesungen: "Nun lebe nicht mehr ich, Christus lebt in mir. Nun lebe nicht mehr ich, Christus lebt in mir, der Herr."
Anschließend zogen die Pilger in die Kirche der Abtei, die dem Martyrium des Apostels geweiht ist. Dort sind seit dem 18. Jahrhundert drei Altäre, die mit einer Art Totenmaske des Apostels geschmückt sind. Die Altäre liegen an einer Treppe, so dass man "hinabsteigen kann zu den Toten" um beim Aufstieg "wieder aufzuerstehen".

Nach dem Besuch der Abtei Tre Fontane stand die Fahrt zur Basilika St. Paul vor den Mauern auf dem Programm.
Paulusgrab in St. Paul vor den MauernDiese großartige, weiträumige Kirche ist über dem Grab des Apostels Paulus errichtet worden. Zunächst im der Zeit Kaiser Konstantins, dann nach einem verheerenden Brand im Jahr 1823 erneut errichtet und dem Apostel geweiht.
Im Jahr 2003 begannen archeologische Ausgrabungen, die die Vermutungen bestätigten, dass sich unter dem Papstaltar das Grab des Apostels Paulus befindet. Heute kann man eine Seitenwand des Sakrophages sehen und dort im Gebet verweilen.

Den Pilgertag rundete ein Besuch im Stadtteil Trastevere ab. Dort findet man die älteste Marienkirche Roms: Santa Maria in Trastevere. Pastoralreferentin Bogers wies auf den Mosaikenfries über der Vorhalle hin. "Dort sieht man in der Mitte die Gottesmutter Maria, umgeben von lauter weiblichen Heiligen. Das zeigt uns: das Gesicht der Kirche ist ein frauliches! Im Inneren der Kirche sieht man im Apsismosaik Jesus Christus und Maria auf gleicher Höhe nebeneinander sitzen. Auch das eine starke Aussage für die Kirche."

Nach dem Besuch in der Marienkirche gingen die Pilger gemeinsam zur Basilika Santa Caecilia. Aus der Kallistus-Katakombe ist sie vor Zeiten in diese Kirche umgebettet worden, die über ihrem Wohnhaus in Trastevere errichtet worden ist.

Als die Pilger die Kirche erreichten, sangen gerade Benediktinerinnen die Vesper. Ein schönes Zusammentreffen in der Kirche, deren Patronin Patronin der Kirchenchöre ist.

Den Pilgertag beschlossen wir auf der Tiberinsel, die ein großes Krankenhaus beherbert und die Kirche St. Bartholomeo all' Isola. In dieser Kirche befindet sich das Grab des Apostels Barholomäus und das Gedenken an die "Märtyrer des 20. Jahrhunderts". Unter ihnen gibt es eine Gedenkstätte für den selig gesprochenen Clemens August Kardinal von Galen, der in der Nazizeit Bischof von Münster war.

Nach einer guten Zeit der Erholung im Pilgerquartier erwartet die Pilger das leckere italienische Abendessen. Danach klingt der Abend auf der Terrasse bei Rotwein und Bier aus.

Gespannt sind alle Pilger auf den morgigen Beginn der Fußballweltmeisterschaft. Sr. Lauriana hat bei den Pilgern einen Zettel herumgegeben: "Alle sollen ihre Tipps für den Ausgang des Spiels abgeben! Dr. Valentin hat 10:0 für Deutschland getippt!!!"

Schaun wir mal!

Fortsetzung folgt.

Freitag, 11. Juni,

die Füße brennen, aber auch das Herz. Heute morgen erlebten wir in beeindruckender Weise eine Messe mit dem Papst auf dem Petersplatz. Es war ein einmaliges Erlebnis.

Anlässlich des Priesterjahres hatte der Papst zu einer öffentlichen Messe alle Priester und Interessierte eingeladen. Wir waren dabei. (Hier geht's zum Text der Predigt und zu einem Video der Messe.)

Diesmal hatten wir zwar nicht optimale Plätze wie bei der Audienz am Mittwoch, aber es war dennoch sehr beeindruckend.

Papst Benedikt XVI. am Mi., 09. Juni 2010Wir hatten uns während der Busfahrt zum Petersplatz bereits thematisch eingestimmt. Die Berufung von Petrus und Paulus zu Aposteln begleitet uns schon seit einigen Tagen. Heute teilten wir miteinander einige Gedanken zu unserer eigenen Berufung. Dabei tauchten evtl. auch bei dem ein oder anderen auch Gedanken vom Vorabend wieder auf, wo es in einem schönen Gottesdienst mit unserer Gruppe in unserem Domizil um den Gedanken ging, dass Gott einen jeden von uns beim Namen nennt.

Nachmittags wurde es dann touristisch. Auch das gehört dazu: Pantheon, Santa Maria sopra .Minerva, Trevi-Brunnen, Spanische Treppe … Das hat uns müde gemacht, aber auch um viele weitere Eindrücke bereichert.

Am 20. Juni findet die diesjährige Pfarrwallfahrt nach Kevelaer statt.
Hier das Programm

Beter an der  Gnadenkapelle - Foto: Pixelio.de 170808Fußpilger:

03.00 Uhr Sevelen  Kirche
03.15 Uhr Issum Kirche
04.15 Uhr Kapelle Aengenesch
06.00 Uhr Ankunft in Wetten-Sportplatz
06.30 Uhr weiter nach Kevelaer

Inliner:

05.05 Uhr Kirche Sevelen
05.15 Uhr Kirche Issum

Radfahrer:

05.30 Uhr Kirche Sevelen
05.45 Uhr Kirche Issum

Bus:

06.25 Uhr Oermten Rheurdter Straße
06.35 Uhr Sevelen Kirchplatz
06.45 Uhr Issum Vogt-von-Belle-Platz
06.55 Uhr Issum Brauerei

Eintreffen aller Pilger

07.30 Uhr am Peter-Plümpe-Platz in Kevelaer.

anschl. Prozession zur Gnadenkapelle.

07.45 Uhr Gebet an der Gnadenkapelle - danach Einzug der Fahnen und Messdiener

08.15 Uhr Hochamt in der Basilika unter der Mitwirkung beider Kirchenchöre

10.45 Uhr Kreuzweg ab Gnadenkapelle

Die Rückfahrt mit dem Bus wird ca. 12.15 Uhr ab Poststelle in Kevelaer über Wetten – Issum - Sevelen – Oermten sein.

Am Sonntag, 20. Juni sind keine Messen in St. Antonius oder St. Nikolaus.

 

Donnerstag, 10.06., der zweite Pilgertag unserer Pilgergruppe Straelen / Issum im Rom.

Heute durften wir eine halbe Stunde später frühstücken, denn - anders als gestern - wartete heute kein Papst auf uns. Heute morgen ging es zunächst mit dem Bus Richtung Südosten Roms, Richtung Via Appia Antica. Auf dieser alten Handels- und Militärstraße haben wir uns zu Fuß auf den Weg gemacht.


Pilger auf der Via Appia AnticaAnders als Paulus damals sind wir diesen Weg freiwillig und gerne gegangen. Herrlich: diese alten Steine, dieser Duft, die blühenden Blumen. Paulus ist über diese Straße damals als Gefangener in Ketten nach Rom gelangt; Gefangener zwar, aber auch "Sieger in Ketten".

Bis heute ist zu sehen, daß man damals die Toten außerhalb der Stadtmauern Roms begrub. Viele alte Grablegestätten säumen den Weg. Auch wenn es heute einige Grad wärmer waren als gestern, war die Hitze draußen vor der Stadt bei einem kühlenden Wind besser zu ertragen. Auch die Wasserstelle am Weg sorgte für eine willkommene Abkühlung. Doch in Rom kommt es nicht selten anders als man denkt. Kurz vor unserem Ziel - die Kirche S. Sebastiano - versprerrte uns eine Baustelle den Weg. So hieß es umkehren. Die Stimmung wurde dadurch nur kurz getrübt.

Wir besichtigten nach wohlverdienter Mittagsrast die Kirche S. Sebastiano. Dort waren zwischenzeitlich während der Christenverfolgung die Gebeine der Apostel Petrus und Paulus begraben.
Danach durften wir eine Führung in der Kalixtus-Katakombe erleben, die uns nochmals in die Anfänge der Kirche führte. Einige machten sich dann noch auf den Weg zum kleinen Kirchlein "Quo Vadis?", bevor alle auch heute wieder müde auf die Polster des Busses fielen.



Rompilger bei einer Station an  der Via AppiaDer Apostel Paulus hat uns den ganzen Tag über auch bei dem Impulsen begleitet. Wir haben auf unserem Weg auf der Via Appia Antica Stellen aus der Apostelgeschichte und aus seinen Briefen gelesen. Schön, was er uns bis heute zu sagen hat. Die Liebe Christi kann uns als Menschen verwandeln: "Jetzt lebe nicht mehr ich, Christus lebt in mir."

Alle Pilger sind wohlauf und freuen sich auf den morgigen Tag.

Montagmorgen, 6.30 Uhr, Vogt-von-Belle Platz ...
Gespanntes Warten. Da ist er, unser Reisebus, er biegt auf den Platz und die ersten Mitpilgernden, die in Straelen um 6 Uhr gestartet sind, winken uns zu.

Aber in die Reisefreude mischen sich auch ein paar Tränen, denn ein Ehepaar kann kurzfristig nicht mitfahren, weil just an diesem Morgen einer der beiden krank geworden ist.
(Was am Montagmorgen noch keiner wußte, was heute, am Mittwoch per SMS klar wurde: statt des Ehepaares kommen Mutter und Tochter am Freitag nach!)

Reiseunternehmen Slooten aus  Straelen fährt die PilgerAuf die Spuren von Petrus und Paulus wollen sich 16 Pilger aus Straelen, Issum und Sevelen machen. Acht Tage lang die Heilige Stadt besuchen und dort an den Orten, die in besonderer Weise mit den beiden Aposteln verbunden sind, wertvolle Impulse in sich aufnehmen.

Nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Reisebus. Nicht in wenigen Stunden, sondern in zwei Tagen. So kann die Seele nachkommen, so kann unter den Pilgern Gemeinschaft werden.
Und so kommt es. Gleich am zweiten Reisetag packt eine Teilnehmerin ihre Altflöte aus und eine muntere Singerunde entwickelt sich im Bus.

Dienstagabend ist es dann endlich so weit - alle Staus, alle Baustellendurchfahrten sind vergessen: Zypressen und Pinien säumen die Wege ... endlich angekommen in Rom.
Das Gästehaus "Fraterna Domus", ein von Schwestern geleitetes Haus, draußen vor der Stadt ist unsere Herberge für die nächsten acht vollen Tage. Gut haben wir es getroffen. Herrliches Frühsommerwetter, duftende Blumen und leckeres Abendessen.

Mittwochmorgen dann ein erster Höhepunkt: die Generalaudienz auf dem Petersplatz. Papst Benedikt XVI. berichtet von seine Reise nach Zypern. Ökumene hat er ganz groß geschrieben. "Sie waren ein Herz und eine Seele", dieses Wort aus der Apostelgeschichte stand als Motto über dieser apostolischen Reise und es hat sich bewahrheitet.

Petersdom vom Tiberurfer ausDie sommerlichen Temperaturen - es ist gut über 30° C in Rom - lassen den Schatten zu einem begehrten Ort werden. Abkühlung bieten die vielen Brunnen, deren Wasser auch reichlich getrunken wird.
Nach dem leckeren römischen Mittagessen im Stadthaus der Schwesterngemeinschaft machen wir die erste römische Erfahrung: meistens kommt es anders, als du denkst  (und als Deutscher geplant hast). Alle wollen sie in den Petersdom; eine unendliche Menschenschlange steht vor den Sicherheitskontrollen. Also: umplanen, Alternativen realisieren.

Gehen wir nicht zu Petrus, sondern zu Andreas, seinem Bruder. Er hat ihn schließlich zu Jesus geführt!
Andrea della Valle auf dem Corso Vittorio Emmanuele ist da erste Nachmittagsziel. Dort beten wir für die Menschen, für die Geschwister, die uns im Leben einen guten Hinweis gegeben haben und uns so weitergebracht haben - wie Andreas seinen Bruder Petrus weiter gebracht hat.

Auf dem Rückweg sind wir Pilger bei Philipp Neri in der Chiesa Nuova eingekehrt und haben bei diesem heiligen Priester und fröhlichen Seelsorger für die Priester gebetet.
(In Rom treffen sich zur Zeit 9.000 Priester untereinander und mit dem Papst, um den Abschluss des Priesterjahres zu begehen. Am kommenden Freitag findet aus diesem Anlass auf dem Petersplatz ein Festgottesdienst mit Papst Benedikt statt, an dem die Pilger teilnehmen.)

Fortsetzung folgt.